ZA Riadh Ben Hamid im Gespräch

Erhöhte Primärstabilität auch im weichen Knochen


Abb. 1: Ausgangssituation, Zahn 12 ist nicht erhaltungswürdig.


Patienten wünschen feste Zähne sofort, vor allem im Oberkiefer-Frontzahnbereich. Nicht immer reicht die Primärstabilität für eine Sofortimplantation plus Sofortbelastung aus. Was hilft?
Ben Hamid: Das richtige Implantat, vor allem bei weichem Knochen. Die Procone-Linie wurde speziell dafür entwickelt und erhöht die Primärstabiltät aufgrund des progressiven Gewindes. Wenn es die klinische Situation zulässt, wird in unserer Klinik im Oberkiefer-Frontzahnbereich sowie im 5er sofort implantiert und versorgt. Im Unterkiefer bieten sich der 4er- und der 5er-Bereich für eine Sofortimplantation plus Sofortversorgung an, selten aber – aufgrund häufiger parodontaler Läsionen – der Unterkiefer-Frontzahnbereich. Vorteil der Sofortimplantation im Frontzahnbereich ist zudem die Vermeidung der Atrophie. Obwohl es verschiedene Wege der Socket Prevention gibt, sollte, wenn möglich, die Sofortimplantation vorgezogen werden.

Braucht es eine spezielle Implantatbettaufbereitung – etwa ein anderes Bohrprotokoll oder die Anwendung von Osteotomen –, um die nötige Primärstabilität zu erreichen?
Ben Hamid: Nein, das Procone bietet auch mit dem gewohnten Bohrprotokoll eine ausreichende Primärstabilität. Eine Implantatbettaufbereitung mithilfe von Osteotomen ist nicht erforderlich.
Welche Eindrehwerte sollten erreicht werden, um auch im weichen Knochen eine Sofortbelastung durchführen zu können?
Ben Hamid: In der Regel erfolgt die Insertion in weichem Knochen mit einem Eindrehwert von 35 Ncm. Kontrollierte Eindrehwerte erhält man unter anderem mit dem Chiropro von Bien Air. Zudem lässt sich die Implantatstabiltät mit dem Osstell IDX messen. Sprechen alle Werte für eine ausreichende Primärstabilität, steht einer Sofortversorgung der genannten Regionen nichts im Wege.

Wie handhaben Sie die prothetische Versorgung?
Ben Hamid: Bei Einzelzahnversorgungen greifen wir ausschließlich auf individuelle Abutments zurück, da diese auch langfristig die ideale periimplantäre Hygiene garantieren. In unserer Praxis erfolgt die prothetische Versorgung vor allem keramisch, bei festsitzenden Full-Arch-Restaurationen verschraubt, bei Einzelzahnimplantaten aber auch zementiert.

ZA Riadh Ben Hamid ist niedergelassen in Düsseldorf. Sein Fokus liegt auf der Ästhetischen Zahnheilkunde und der Implantologie. © Privat