Die Inhaltsstoffe entscheiden

Welche Mundspülungen helfen gegen Corona?

Schon seit einigen Monaten wird diskutiert, ob Mundspülungen gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 helfen können. Eine Studie hat nun untersucht, welche Inhaltsstoffe die Viruslast wirklich reduzieren.


Mundspülung Corona

Eine Studie untersuchte, welche Inhaltsstoffe die Viruslast von SARS-CoV-2 reduzieren können. © Goffkein – stock.adobe.com


Für ihre Untersuchungen nutzten die Wissenschaftler aus Cardiff unterschiedliche Mundspülungen. Die Proben umfassten sieben kommerziell erwerbliche Mundspüllösungen (Corsodyl, Dentyl Dual Action, Dentyl Fresh Protext, Listerine Cool Mint, Listerine Advanced Gum Treatment, SCD Max und Videne). In vitro simulierten sie ein Mundspülen von 30 Sekunden und testeten anschließend den vorhandenen Virustiter. Somit konnten sie für jede einzelne Lösung ermitteln, inwiefern die Mundspülungen die Virusinfektiosität von Corona verringern kann.

Dabei brachte die Studie klare Ergebnisse. Nur Mundspülungen mit gewissen Inhaltsstoffen können gegen den neuen Coronavirus und dessen Viruslast helfen. Chlorhexidin zeigte hier die geringste Wirksamkeit.

  • Zwei Dentyl-Mundspülungen mit CPC (Cetylpyridiniumchlorid) und Listerine Advanced (23 Prozent Ethanol und LAE (Ethyl-Lauroyl-Arginat) sowie ein kationisches Tensid) reduzierten die Viruslast gänzlich.
  • Videne (Jod), SCD Max (CPC und Natriumzitronensäure) und Listerine Cool Mint (21 Prozent Ethanol und ätherische Öle) zeigten in der Untersuchung nur einen mäßigen Effekt.

Wichtige Eigenschaften von Mundspülungen

Ethanol allein und mit einer Konzentration von weniger als 23 Prozent zeigte keinen Effekt. Somit lässt sich der Rückschluss ziehen, dass der Einschluss von ätherischen Ölen oder LAE für eine optimale Wirksamkeit sorgt. Zudem verweisen die Autoren auf weitere, vorläufige Studien, die an kleinen Kreisen von Corona-Patienten durchgeführt wurden. Auch hier zeigten Mundspülungen, dass sie die Coronavirus-Belastung verringern können. Unbekannt sei hier jedoch, ob die Testpersonen noch infektiös waren.

Ob Mundspülungen in der Praxis tatsächlich gegen Corona helfen können, ist daher noch nicht klar. Hierfür wird jedoch bereits eine weitere Studie in Cardiff durchgeführt, deren Ergebnisse Anfang 2021 erwartet werden.

Eine interessante Entdeckung, die die Wissenschaftler jedoch machen konnten, war der Einfluss der Lipidzusammensetzung der Virushülle auf die Effektivität der Mundspüllösung. Denn hiervon hingen die antiviralen Wirkmechanismen der Mundspülung ab sowie die Empfindlichkeit gegenüber Tensiden und membranstörenden Mitteln. Somit sei auch unwahrscheinlich, dass sich die Wirksamkeit der Mundspülungen bei einer Virusmutation ändert, da die Membran von Wirtszellmembranen stammt.


Quelle: Evelina Statkute et al., „The Virucidal Efficacy of Oral Rinse Components Against SARS-CoV-2 In Vitro“, bioRxiv 2020.11.13.381079; doi: https://doi.org/10.1101/2020.11.13.381079