Wie gut sind die Methoden zur Kariesdetektion?

Charité: Kariesdiagnose ist oftmals falsch

Das Risiko einer Fehldiagnose ist beim Einsatz von Röntgen-Untersuchungen oder lichtoptischen Verfahren mit Laserfluoreszenz hoch. Das haben Wissenschaftler der Charité Berlin herausgefunden.


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Kariesdiagnose nicht nur hinsichtlich ihrer Genauigkeit bewerten, sondern auch den Langzeitnutzen berücksichtigen © Sebastian Kaulitzki/fotolia


Zur Diagnose von Karies in den Fissuren ist die visuell-taktile Inspektionen mit Spiegel und Sonde oftmals nicht ausreichend. Präzisere Befunde sollen Röntgen-Untersuchungen und moderne Verfahren mittels Laserfluoreszenz liefern. Die Fluoreszenz ist ein lichtoptisches Phänomen, bei dem bestimmte Materialien, wie zum Beispiel die Zahnsubstanz, nach der Bestrahlung mit Licht einer bestimmten Wellenlänge selbst aufleuchten.

Privatdozent Dr. Falk Schwendicke von der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin der Charité hat gemeinsam mit seinem Forschungsteam drei verschiedene Detektions- und Therapieverfahren miteinander kombiniert und die Langzeitfolgen analysiert. Dabei wurden anhand eines Computermodells Personen mit geringem und hohem Kariesvorkommen identifiziert. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass beim Einsatz von Röntgen-Untersuchungen oder lichtoptischen Verfahren mit Laserfluoreszenz das Risiko einer Fehldiagnose hoch ist. Das gilt insbesondere bei Menschen mit geringem Kariesvorkommen.

Kariesversiegelung ist effektiv

„Der Nutzen der gewählten Diagnosemethode für die Gesundheit ist nicht allein abhängig von der Genauigkeit, sondern auch von der anschließend gewählten Behandlungsform und der Kariesanfälligkeit eines Menschen“, sagt  Schwendicke.

Unabhängig von der Detektionsmethode habe die anschließend gewählte Therapie den größeren Einfluss auf den Gesundheitsnutzen: Stets invasiv vorzugehen, kann weniger Zähne erhalten und ist zudem kostenintensiver als eine Behandlung der betroffenen Stellen mit Fluoridlack oder einer Kariesversiegelung. „Die Kombination von visuell-taktiler Inspektion oder Röntgen-Untersuchung mit einer Kariesversiegelung hat die höchste Wahrscheinlichkeit, effektiv zu sein“, resümiert Dr. Falk Schwendicke.

Die Studienergebnisse legen nahe, so die Forscher, Methoden zur Kariesdiagnostik nicht nur hinsichtlich ihrer Genauigkeit zu bewerten, sondern auch den Langzeitnutzen zu berücksichtigen.

Falk Schwendicke, Michael Stolpe, Hendrik Meyer-Lueckel, Sebastian Paris. Detecting and Treating Occlusal Caries Lesions: A Cost-Effectiveness Analysis. Journal Dental Research. Feb. 2015, Vol.94(2) 272-80. doi: 10.1177/0022034514561260.