Kolumne: NachgeVragt

Praxiskommunikation – Jetzt erst recht!

Aktuell sind viele Praxen mit ganz grundsätzlichen Fragestellungen wie Schutzmaßnahmen, Kurzarbeit oder Notfallversorgung beschäftigt. In Krisenzeiten führen die nicht beeinflussbaren Gegebenheiten häufig dazu, in eine Art Starre zu verfallen. Dann nehmen wir die äußeren Umstände als schwierig wahr, reagieren nur noch auf die neue Situation und fühlen uns häufig überfordert.


Praxiskommunikation Krise

Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, Patienten ausreichend zu informieren, um Unsicherheiten zu vermeiden. | © creative studio – stock.adobe.com


Wenn wir Krisen durchleben, haben sich drei Phasen zur erfolgreichen Bewältigung bewährt:

  1. In der ersten Phase ist es sinnvoll, die eigene Situation genau wahrzunehmen. Wie fühlen Sie sich? Welche Einflüsse wirken aktuell auf Sie ein? Welche Entwicklungen sind möglich? Analysieren Sie Ihre Situation. Dabei ist es normal, dass unveränderbare Einflüsse zunächst dazu führen, dass Sie nur passiv Fakten aufnehmen.
  2. Innehalten – Manchmal ist es gut, auch mal einen Moment in sich hinein zu hören. Nehmen Sie bewusst wahr, was die Informationen mit Ihren Patienten, Ihrem Team und Ihnen machen. Versuchen Sie, sich auf Ihre Stärken zu fokussieren. Was können Sie bereits jetzt tun, um die Zeit nach der Krise vorzubereiten?
  3. Es ist an der Zeit zu Agieren. Machen Sie sich einen Plan, WANN Sie WAS mit WEM kommunizieren möchten. Eine regelmäßige Besprechung mit Ihren Mitarbeitern und die Information Ihrer Patienten werden sich positiv auf die Vertrauensbildung auswirken.

Warum ist Praxiskommunikation jetzt wichtig?

Die Menschen sind verunsichert. Sie fragen sich, ob sie zum Zahnarzt gehen sollten, ob ihr Zahnarzt überhaupt geöffnet hat und ob es dort sicher ist.

Versuchen Sie durch regelmäßige, sachliche Information Ihre Patienten über die Praxissituation auf dem Laufenden zu halten. So vermitteln Sie Sicherheit und geben Vertrauen sowie Orientierung.

Was Sie jetzt in puncto Praxiskommunikation tun können

Regelkommunikation:

Haben Sie veränderte Öffnungszeiten? Sie behandeln nur noch Notfälle oder ergreifen spezielle Hygienemaßnahmen? Dann teilen Sie dies Ihren Patienten in einem Brief oder einer Email mit. Zeigen Sie Bereitschaft für Fragen zur Verfügung zu stehen.

Webseite:

Ihre Patienten werden auf Ihrer Webseite nach aktuellen Informationen zur Situation suchen. Machen Sie es Ihnen so einfach wie möglich und integrieren Sie eine Stellungnahme zur Lage auf Ihrer Startseite oder auf Ihrem Newskanal.

Social Media:

Die sozialen Medien sind eine ideale Plattform, um Ihren Patienten nun regelmäßig mitzuteilen, dass Sie trotz Krise die Stellung halten. Alleine diese Aussage vermittelt schon Sympathie.

Dieser professionelle Umgang mit einer schwierigen Situation mithilfe der Praxiskommunikation wird Ihnen auch nach der Krise gedankt werden.

 


Zur Autorin
Vanessa Kohnert

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Vanessa Kohnert

Die Wirkung von Arztpraxen ist ihre Passion. Die studierte Kommunikation- und Marketing-Spezialistin zeichnet sich besonders durch ihre Klarheit und strukturierte Vorgehensweise aus. Als Beraterin und Trainerin begeistert sie Inhaber und Teams von Unternehmen im medizinischen Bereich. Seit über 12 Jahren entwickelt und implementiert sie faszinierende Marken.

In diesem Jahr publizierte die Expertin zu ihrem Herzensthema „Positionierung von Arztpraxen“.