Achtung Wechselwirkungen bei Antibiotika!

Diese Lebensmittel sollten Ihre Patienten meiden

Ihr Patient spült sein Antibiotikum morgens mit einem Schluck Milchkaffee hinunter und genehmigt sich abends ein Gläschen Rotwein zur Tablette? Keine gute Idee. Denn viele Nahrungsmittel interagieren mit Antibiotika und beeinträchtigen deren Wirkung. Wir sagen Ihnen, bei welchen Lebensmitteln Sie Patienten zur Vorsicht raten sollten.


Antibiotika Lebensmittel meiden

Wer Antibiotika einnimmt, sollte auf Alkohol am besten ganz verzichten. © Brian Jackson – stock.adobe.com


Wenn Antibiotika nicht anschlagen oder plötzlich Nebenwirkungen verursachen, liegt das nicht unbedingt am Medikament. Oft sind Wechselwirkungen mit Lebensmitteln dafür verantwortlich, die vielen Patienten unbekannt sind. Sie können dazu führen, dass Antibiotika weniger stark wirken, sich ihre Wirkung im Gegenteil übermäßig verstärkt oder sogar Vergiftungserscheinungen auftreten. Bei der Einnahme von Antibiotika sollte man deshalb einige Lebensmittel meiden.

Finger weg vom Alkohol!

Besonders riskant – und deshalb wohl auch am ehesten bekannt – ist die Kombination von Antibiotika mit Alkohol: Hier kann es zum sogenannten „Antabus-Effekt“ kommen. Betroffene zeigen Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Übelkeit. Die Ursache: Bestimmte Antibiotika wie Metronidazol und Cefotetan hemmen ein Enzym, das wichtig für den Abbau des Alkohols ist. In der Folge reichert sich das giftige Abbauprodukt Acetaldehyd im Körper an. Diese Reaktion tritt bereits bei geringen Alkoholmengen auf. Auch die Antibiotika Doxycyclin, Linezolid oder Isoniazid vertragen sich nicht gut mit Alkohol. Sie werden durch die Substanz in ihrer Wirkung gehemmt oder zu leberschädigenden Molekülen umgebaut. „Ab einer bestimmten Dosis kann das schwerwiegende Folgen haben“, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Daher ist es sinnvoll, Patienten während der Antibiotikaeinnahme den völligen Verzicht auf Alkohol ans Herz zu legen.

Antibiotika und Milchprodukte

Antibiotika interagieren aber auch mit dem in Milchprodukten enthaltenen Kalzium. Durch den Konsum von Lebensmitteln wie Joghurt, Käse, Milch oder Quark kann der Körper die Wirkstoffe des Medikaments schlechter aufnehmen. In der Folge wirke das Antibiotikum weniger stark, wie Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer, in einer Presseinformation der Krankenkasse erklärt. „Manche Antibiotika vertragen sich auch nicht mit Kaffee, sondern verstärken dessen blutdruckerhöhenden Effekt zusätzlich, weil das Koffein schlechter abgebaut werden kann. Schlafprobleme oder Herzrasen können die Folge sein“, so Günther. Patienten sollten deshalb während der Einnahme von Antibiotika kalziumreiche Lebensmittel eher meiden.

Klassische Wechselwirkung mit Grapefruit

Exotische Früchte mögen zwar gesund und vitaminhaltig sein – bei der Einnahme von Antibiotika sind sie aber buchstäblich mit Vorsicht zu genießen. Ein aus zahlreichen Beipackzetteln bekanntes Beispiel ist etwa die Grapefruit. Ihr Potenzial für Wechselwirkungen mit Arzneimitteln ist so stark, dass selbst eine zeitversetzte Einnahme Patienten nicht vor Interaktionen schützt. Experten wie Heidi Günther raten daher während einer Antibiotika-Therapie dazu, lieber ganz auf die exotische Frucht zu verzichten.

Aber bei Wasser kann man doch nichts falsch machen oder?

Falsch gedacht. Auch Mineralwasser ist in Kombination mit Arzneimitteln nicht immer unbedenklich. Denn manche Mineralwasser sind mit Kalzium und Eisen angereichert. Dies führe dazu, dass die Arzneimittelwirkung von Antibiotika beeinträchtigt werde, weil die Wirkstoffe gebunden und nicht mehr frei verfügbar seien, weiß Günther. Wer eine sichere Alternative anbieten möchte, solle seinen Patienten stattdessen die Einnahme mit Leitungswasser empfehlen, rät die Expertin.

 

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Barmer