ITI und Straumann

„Alles dient dem Wohlergehen der Patienten“

Am Vorabend des ITI-Kongresses lud der Dentalhersteller Mitglieder und Vertreter der Presse ins World Congress Center Bonn zum „Forum Markt und Strategie" ein. Diskutiert wurden Trends und strategische Aspekte im Zahnersatzmarkt, unter anderem von Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas und Dr. Georg Bach, Communications Officer der ITI-Sektion Deutschland.


Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas

Prof. Bilal Al-Nawas referierte über die 3D-Drucker in der Zahnmedizin © Schunk


In seinem Initialvortrag stellte Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas die Frage, ob 3D-Drucker die Zahnmedizin revolutionieren werden. Viele Materialien lassen sich schon heute additiv fertigen und der 3D-Druck müsse nicht erst Alltag in der Zahnmedizin werden – er sei schon fest integriert, so Al-Nawas. Die Erstellung von Titan-Meshes, Schienen, Schablonen und auch Modellen ließen sich präzise und effektiv herstellen. Er skizzierte außerdem die Entwicklung des 3D-Druckers – vom Digital Light Processing (DLP) über das Fused Deposition Modeling (FDM) zum Selective Laser Sintering (Melting). Es fehle jedoch noch die Integration in die zahnärztliche Praxis. In der KFO sei dies bereits Realität und der 3D-Druck schon heute nicht mehr wegzudenken.

Laut Straumann-CEO Marco Gadola stünde die Digitalisierung in der Zahnmedizin zwar noch am Anfang, sei aber ein wesentlicher Zukunftstrend. Während nur einer von 20 Zahnärzten weltweit digitale Technologien nutze, sei es immerhin bereits jeder siebte Zahntechniker. Ab 2018 möchte Straumann ein Lösungsanbieter sein – ein enormer Wandel für den Dentalhersteller, der 2012 noch als reiner Implantatanbieter galt.

Neben dem Premium-Segment besetzt Straumann nun auch weitere Segmente, da zwei von drei gesetzten Implantaten aus dem Nicht-Premium-Segment stammen. Mit den Übernahmen von Medentika und Neodent decke man diese Bereiche ab, so Holger Haderer. Ab dem 09. April 2018 soll der Vertrieb von Medentika bei Straumann integriert sein. Zudem kommt es in wenigen Wochen zu einem Marktstart für das zweiteilige Straumann-Keramikimplantat und im Herbst wird das erste vollkonische Straumann-Implantat in den Markt eingeführt.

Loyal aber kritisch

Auch das ITI stellte sich vor mit Frank Hemm, Head of Customer Solutions bei Straumann, und Thomas Kreuzwieser, Section Manager ITI Deutschland. Die Non-Profit-Organisation habe zurzeit mehr als 1000 Mitglieder. Es wird auf regionaler Ebene geschult, um dem Anspruch der Vordenkerrolle zu entsprechen. ITI Deutschland habe schon Ideen implementiert, die auch weltweit angenommen werden, zum Beispiel das Curriculum, welches nun auch auf eine internationale Basis gestellt werde. Betont wurde vor allem die Eigenständigkeit gegenüber Straumann, als loyaler, kritischer Partner. So habe es für den ITI-Kongress in Bonn keine Teilnehmerfinanzierung seitens Straumann gegeben.

Den Blick auf die internationalen Entwicklungen des ITI warf Dr. Stephen Chen, Melbourne. 2020 feiert das ITI seinen 40. Geburtstag und zählt schon heute mehr als 18 000 Mitglieder in 27 Sektionen. Insgesamt wurden mehr als 51 Millionen CHF für Fortbildung und Forschung investiert. Nun wolle das ITI prüfen, auch Inhouse-Trainings für Dentalketten anzubieten: „Alles, was das ITI macht, dient dem Wohlergehen der Patienten“, erläutert Chen.