DG Paro und DGZMK stellen Entscheidungshilfe vor

Subgingivale Instrumentierung: Das empfiehlt die neue S3-Leitlinie

Lang ersehnt, jetzt endlich veröffentlicht: Mit einem Jahr Verzögerung haben die DG Paro und die DGZMK ihre vierte aktuelle S3-Leitlinie zur nicht-chirurgischen Parodontitistherapie vorgestellt. Die S3-Leitlinie zum Thema „subgingivale Instrumentierung“ liefert Zahnärzten verlässliche Handlungsempfehlungen für ihre alltägliche Arbeit in der parodontologischen Praxis.


Konsensusgruppe S3-Leitlinie

Die Mitglieder der Konsensusgruppe vermeldeten Ende November 2019 die lang erwartete Veröffentlichung der S3-Leitlinie „Subgingivale Instrumentierung“. © DG Paro


Neben dem Leitlinienteam um Prof. Dr. Moritz Kebschull (Birmingham, federführender Erstautor), Dr. Lisa Hezel (Magdeburg, Methodikerin) und Prof. Holger Jentsch (Leipzig, Koordination) beteiligten sich 20 weitere Fachgesellschaften und Institutionen wie BZÄK und KZBV sowie das AWMF-Institut für Medizinisches Wissensmanagement an der Erstellung der S3-Leitlinie. Sie soll Zahnärzten nun im Alltag eine evidenzbasierte Entscheidungshilfe zur Auswahl geeigneter Methoden für die subgingivale Instrumentierung in der parodontologischen Praxis bieten.

Die Empfehlungen der S3-Leitlinie im Überblick

Die Kernaussagen der S3-Leitlinie lauten in der Zusammenfassung:

  • „Die Durchführung der subgingivalen Instrumentierung mittels Erbium-YAG Lasers kann erwogen werden.“
  • „Im Rahmen der Primärtherapie sollte eine einmalige adjuvante Anwendung eines Lasers bei der subgingivalen Instrumentierung nicht erfolgen.“
  • „Im Rahmen der Primärtherapie sollte eine einmalige adjuvante Anwendung der photodynamischen Therapie bei der subgingivalen Instrumentierung nicht erfolgen.“
  • „Eine adjuvante subgingivale Anwendung von Chlorhexidin (0,12 Prozent)- oder PVP-Jod-Spüllösung, Chlorhexidin Gel oder Chlorhexidin Chips zum Zeitpunkt der subgingivalen Instrumentierung sollte nicht erfolgen.“
  • „Ein adjuvanter Einsatz von Chlorhexidin-Präparaten in Zusammenhang mit der subgingivalen Instrumentierung im Sinne einer Full-Mouth Disinfection nach Quirynen sollte nicht erfolgen.“
  • „Die Studienlage ist geprägt von einer starken Heterogentität der Ergebnisse, der eingesetzten Mikroorganismen, hohen Konfidenzintervallen und geringen Fallzahlen sowie von zum Teil stark erhöhtem Biasrisiko. Daher kann über den Nutzen eines adjuvanten Einsatzes von Probiotika aufgrund der jetzt vorliegenden Evidenz keine abschließende Empfehlung erfolgen.“

Langversionen stehen zum Download bereit

Wer neben der Kurzfassung auch einen Blick in die Langversion der S3-Leitlinie „Subgingivale Instrumentierung“ werfen möchte, findet diese auf den Internetseiten der DG Paro (www.dgparo.de), der DGZKM (www.dgzmk.de) oder der AWMF (www.awmf.org).

Auch die drei anderen, bereits 2018 erschienenen Leitlinien zur nicht-chirurgischen Parodontistherapie finden sich hier. Sie befassen sich einerseits mit dem häuslichen mechanischen und chemischen Biofilmmanagement in der Gingivitis-Therapie. Andererseits mit der adjuvanten systemischen Antibiotikagabe bei subgingivaler Instrumentierung in der Paro-Therapie.

Qualität der S3-Leitlinie

Alle S3-Leitlinien wurden nach der höchsten Qualitätsstufe der Entwicklungsmethodik erstellt und sollen Behandlern verlässliche Empfehlungen ohne Einflussnahme von spezifischen Interessengruppen an die Hand geben.