Sparprogramm / Keine Auszahlungen in Euro

Straumann-Mitarbeiter akzeptieren Lohnkürzungen

Die Straumann-Mitarbeiter akzeptieren einer Umfrage zufolge geringere Boni, Pendler erhalten ihr Gehalt aber weiterhin in Schweizer Franken - nicht in Euro - ausgezahlt. Mit den Maßnahmen soll Personalabbau vermieden werden.


CEO Marco Gardola: "Wir konnten schnell auf die Wechselkurseffekte reagieren." Foto: Straumann


Straumann hat von seinen Mitarbeitern grünes Licht für die Umsetzung der angekündigten Sparmaßnahmen erhalten. Das Unternehmen hatte seine Mitarbeitenden in der Schweiz gefragt, ob sie mit einer Kürzung der Gesamtvergütung in Form von geringeren Bonuszahlungen einverstanden sind. Grenzgänger, die in die Schweiz pendeln, sollten einer Auszahlung ihres Gehalts in Euro statt in Franken – anstelle einer Vergütungskürzung – zustimmen. Die Gruppe beschäftigt etwa 780 Mitarbeitende in der Schweiz, von denen circa 220 Grenzgänger sind.

Dieser Vorschlag wurde jedoch abgelehnt, daher machte das Unternehmen allen Mitarbeitenden einen neuen, einheitlichen Vorschlag, der keine Gehaltszahlungen in Euro vorsieht. Mitarbeitende ohne Kaderstufe sollen demnach auf einen Teil ihrer Bonuszahlungen verzichten, was einer Kürzung der Gesamtvergütung um etwa fünf Prozent gleichkommt. Zum anderen wird die Kürzung für das untere Kader etwa sechs Prozent betragen, während die Kompensationsanpassungen für das Führungsteam so bleiben, wie bereits angekündigt. Mehr als 93 Prozent der Mitarbeitenden in der Schweiz haben an der Umfrage teilgenommen und 96 Prozent von ihnen erklärten sich mit dem Vorschlag einverstanden.

CEO Marco Gadola: „Ich bin den Mitarbeitenden sehr dankbar“

Das Unternehmen kämpft mit den Folgen der starken Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber den für das Geschäft der Gruppe wichtigen Leitwährungen – besonders dem Euro. Mit Kostensenkungen sollen die Effekte abgefedert und Personalabbau vermieden werden.
 
„Wir konnten schnell auf die Wechselkurseffekte reagieren. Ich bin unseren Mitarbeitenden sehr dankbar, dass sie zu einem offenen, konstruktiven Dialog bereit waren, und ich möchte mich vor allem für ihre große Solidarität und Unterstützung bedanken. Dadurch können wir unser aktuelles Anstellungsniveau halten und unser Geschäft auch künftig sichern“, kommentierte CEO Marco Gadola.
 
Die Gruppe tätigt 95 Prozent ihrer Geschäfte außerhalb der Schweiz; etwa 40 Prozent des Umsatzes wird in Euro generiert, während 45 Prozent der Kosten (Produktions- und Betriebskosten) in der Schweiz anfallen. Schätzungen von Straumann zufolge könnten sich die Wechselkurseffekte in einer Reduktion des Gesamtjahresumsatz 2015 von Straumann um bis zu 75 Millionen Schweizer Franken und des EBIT um 40 Millionen Schweizer Franken niederschlagen. Neben den bereits erwähnten Maßnahmen versucht Straumann, die negativen Auswirkungen der Währungssituation mit verschiedenen Initiativen anzugehen.