Forschungsverbund SIIRI

Intelligente Implantate erkennen Periimplantitis

Ein neues Forschungsprojekt im Bereich der Implantologie entwickelt intelligente Implantate, die mit modernster Technologie ein kontinuierliches Monitoring der Implantatfunktion und somit eine Früherkennung von Komplikationen ermöglichen.


Implantate Periimplantitis

Die Grundlage bei der Forschung ist eine in die Implantatoberfläche integrierte Sensorik. © peterschreiber.media – stock.adobe.com


Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, dass die entwickelten Implantate eine beginnende Periimplantitis erkennen und selbstständig ausheilen können. Unter der Federführung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwerfen dabei Mediziner der MHH gemeinsam mit Ingenieur- und Naturwissenschaftlern der Leibniz Universität Hannover (LUH) die Grundlagen für eine neue Generation von Implantaten.

Intelligentes Implantatsystem für die Zahnmedizin

Der Forschungsverbund „Sicherheitsintegrierte und infektionsreaktive Implantate“ (SIIRI) befindet sich somit auf einem völlig neuen Forschungsgebiet. „Erstmals wollen wir sicherheitsrelevante Konzepte aus den Ingenieurwissenschaften, wie sie zum Beispiel in der Luftfahrt zur Erhöhung der Sicherheit zur Anwendung kommen, für die Medizin erforschen“, erklärt Prof. Dr. Meike Stiesch, Direktorin der MHH-Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde.

Das kontinuierliche Monitoring der Implantatfunktion erlaube es, dass die entwickelten Implantate Komplikationen wie eine Periimplantitis frühzeitig erkennen. Das mache eine frühzeitige therapeutische Intervention möglich.

Implantate sollen Periimplantitis „heilen“

Die Grundlage bei der Forschung ist eine in die Implantatoberfläche integrierte Sensorik, die den Umschlag des mikrobiologischen Umfeldes in einen pathogenen Zustand registrieren kann. Das Implantat müsse diese speichern und extern auslebar machen, damit Behandler darauf reagieren können.

„Wir entwickeln intelligente Implantatsysteme, die über zellbasierte, chemische und physikalische sogenannte Closed-Loop-Systeme eigenständig eine frühzeitige Reparatur und damit Ausheilung einleiten können“, definiert Stiesch ein weiteres Ziel. Durch chemische Freisetzung antibakterieller Wirkstoffe aus der Implantatoberfläche könne somit eine heilende Funktion entstehen. Durch geeignete, in die Implantatoberfläche integrierte Zellen soll auch eine unbegrenzte Produktion dieser Substanzen möglich sein.


Quelle: MHH