Existenzgründung Zahnärzte 2014

Einzelpraxis beliebter, Gemeinschaftspraxis günstiger

Die aktuelle Analyse "Existenzgründung Zahnärzte 2014" der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) zeigt, dass die Einzelpraxis die beliebteste Option bei der Existenzgründung ist – obwohl die Übernahme einer Praxis in Form einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) die günstigere Variante ist.



Die Übernahme einer bereits bestehenden Niederlassung als Einzelpraxis ist der häufigste Weg in die Selbständigkeit, 2014 erfolgten 60 Prozent der Existenzgründungen auf diese Weise. Für die Neugründung einer Einzelpraxis entschieden sich 11 Prozent der niederlassungswilligen Zahnärzte. Die verbleibenden 29 Prozent wählten die Kooperationsform der BAG.

„Im Falle einer Übernahme profitiert der existenzgründende Zahnarzt von dem bereits vorhandenen Patientenstamm und hat zudem die Möglichkeit, einige Investitionen, beispielsweise in neue Gerätschaften, auf einen späteren Zeitpunkt zu verlagern“, erklärt Dr. David Klingenberger, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des IDZ. „Bei einer Neugründung hat er wiederum mehr Freiräume, um seine individuellen Vorstellungen zum Standort oder zur Praxisausstattung umzusetzen.“

Unterschiedliche Niederlassungsformen, unterschiedliche Investitionen

Die höchsten Investitionen fallen naturgemäß bei Neugründungen an, vor allem durch die komplett neu zu erwerbende Medizintechnik. Wer sich 2014 dazu entschloss, eine eigene Einzelpraxis aufzubauen, hatte einen durchschnittlichen Investitionsbedarf von 360.000 Euro. Für die Übernahme als Einzelpraxis waren dagegen im Schnitt 265.000 Euro nötig.

Das geringste Investitionsvolumen in 2014 entfiel mit 223.000 Euro auf die Übernahme einer Praxis als BAG. Wer in eine bereits bestehende Praxis eingetreten ist, sei es als weiterer Inhaber oder durch den Kauf von Praxisanteilen eines ausscheidenden BAG-Mitglieds, musste durchschnittlich 251.000 Euro investieren. Haben sich mehrere Zahnärzte zur Neugründung einer BAG entschlossen, fielen pro Kopf im Schnitt 280.000 Euro an.

Gemeinsame Niederlassung bietet viele Vorzüge

„Die Zahlen belegen, dass Zahnärztinnen und -ärzte oftmals weniger Investitionsbedarf haben, wenn sie die Selbständigkeit zusammen mit anderen Kollegen angehen“, sagt Daniel Zehnich, stellvertretender Leiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. „Eine gemeinsame Niederlassung bietet zudem noch andere Vorzüge, sie ermöglicht beispielsweise ein breiteres Leistungsspektrum oder erleichtert die Familienplanung durch eine bessere Work-Life-Balance.“

Innerhalb der letzten drei Jahre ist der Anteil der älteren Existenzgründer (über 40 Jahre) um drei Prozentpunkte auf nunmehr 24 Prozent gestiegen. Wer 2014 eine eigene zahnärztliche Praxis eröffnete, war im Schnitt 36,7 Jahre alt. 2012 waren die Gründer durchschnittlich noch ein halbes Jahr jünger. Am Beispiel der Übernahme als Einzelpraxis zeigt sich, dass die zahnärztlichen Existenzgründer im Alter bis 30 Jahre mit durchschnittlich 309.000 Euro die höchsten Investitionen tätigten. Die über 40-Jährigen haben mit 212.000 Euro rund ein Drittel weniger ausgegeben.

Niedrigste Kaufpreise in der Großstadt

Wer 2014 in der Großstadt eine Einzelpraxis durch Übernahme gründete, hatte mit durchschnittlich 248.000 Euro die niedrigsten Investitionen. Der Vergleich der letzten drei Jahre zeigt, dass sich die Zahnärzte bei der Wahl ihres Praxisstandortes in 2014 ähnlich wie in den Vorjahren verhalten haben. 43 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer wählten die Großstadt (ab 100.000 Einwohner), fast jeder Dritte (31 Prozent) ging in ländliche Regionen (unter 20.000 Einwohner) und die übrigen 26 Prozent entschieden sich für mittelgroße Städte zwischen 20.000 und unter 100.000 Einwohnern.