Hamburg City Health-Studie

Eindeutige Belege für Risikofaktor Parodontitis

In der groß angelegten Hamburg City Health-Studie wird auch die Mundgesundheit von etwa 45 000 Hamburgern untersucht. Es sollen Risikofaktoren für Diabetes gefunden werden.


45 000 Bürger der Hansestadt werden in der Studie untersucht. © Starpics – Fotolia


Was macht die Hamburger krank? Genau das möchten die Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) mit der Hamburg City Health-Studie (HCHS) herausfinden. 45 000 Einwohner Hamburgs werden dazu untersucht. Ziel der Studie ist es, bisher unbekannte Risikofaktoren für große Volkskrankheiten zu identifizieren. Zu diesen gehört auch die Parodontitis. Deswegen wird bei dieser Studie auch die Mundgesundheit der Teilnehmer untersucht.

„Der Arzt macht sich ein Bild von dem Zustand der Zähne, der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, insbesondere auch davon, ob eine spezielle Entzündung des Zahnfleisches, eine Parodontitis vorliegt. Außerdem wird ein Abstrich aus den Zahnfleischtaschen entnommen, der auf Bakterien untersucht wird“, so Prof. Guido Heydecke, Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am UKE gegenüber dem Hamburger Tageblatt.

Einflussfaktoren Gene und Blutfettwerte

Ziel ist herauszufinden, ob eine Parodontitis ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes ist. „Bisher gibt es schon Hinweise darauf, aber noch keine eindeutigen Belege. Wenn sich dieser Zusammenhang bestätigen sollte, könnte diese Entzündung als Frühwarnzeichen für eine solche Erkrankung genutzt werden. In der Praxis würde das bedeuten, dass wir Patienten mit einer Parodontitis empfehlen, zur Abklärung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes einen Internisten aufzusuchen“, sagt Heydecke.

In der Studie werde durch Blutentnahmen auch untersucht, welche Rolle die Vererbung spielt. „Denn etwa 40 Prozent des Krankheitsrisikos sind durch eine genetische Veranlagung bedingt“, sagt Prof. Dr. Udo Seedorf. Er und Dr. Ghazal Aarabi sind die wissenschaftlichen Koordinatoren der Arbeitsgruppe Mundgesundheit in der HCH-Studie. Diskutiert wird auch, ob erhöhte Blutfette bei der Entstehung der Parodontitis eine Rolle spielen. Es gebe heute Hinweise darauf, dass ein erhöhtes LDL-Cholesterin ein Risikofaktor für die Parodontitis sein könnte. „Wenn sich das bewahrheitet, ließe sich das gut mit Statinen behandeln „, sagt Seedorf.

Quelle: Hamburger Tageblatt