Verbot gefordert

E-Shishas machen Rauchen wieder attraktiv

E-Zigaretten und E-Shishas sind bei Jugendlichen in, gewöhnliche Zigaretten out. Eine aktuelle Studie zeigt, dass vor allem männliche Teenager gerne zur elektronischen Shisha greifen. Experten waren vor einer unterschätzten Gefahr.


E-Zigarette

E-Zigaretten (Abb.) und E-Shishas stehen bei Jugendlichen hoch im Kurs. Foto: Jürgen Weidlich / pixelio.de


Die Aufklärungskampagnen und Rauchverbote haben zwar Wirkung gezeigt, Zigaretten sind bei Jugendlichen out, doch offenbar gilt das nicht für E-Shishas und E-Zigaretten. Denn deren Bekanntheit und Beliebtheit wächst bei den Teenagern. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Es gibt die bunt bedruckten, kugelschreibergroßen E-Shishas in Geschmacksrichtungen wie Mango, Apfel oder Bubble Gum. Rund jeder fünfte 12- bis 17-Jährige hat sie schon mindestens einmal konsumiert. Vor allem männliche Teens greifen gerne zu den elektronischen Shishas. E-Shishas sind damit sogar beliebter als E-Zigaretten, die bereits 15 Prozent der Jugendlichen ausprobiert haben.

E-Shishas und E-Zigaretten sollen verboten werden

Die Studie zeigt, dass sich der positive Anti-Rauchen-Trend umkehren könnte. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortle, will die Produkte verbieten lassen: „E-Zigaretten und E-Shishas sind alles andere als harmlos. Gerade die zum Teil kaum bekannten inhaltlichen Zusatzstoffe bergen große gesundheitliche Gefahren. Selbst krebserregende Inhaltsstoffe wurden in entsprechenden Produkten nachgewiesen.“

Das Abgabe- und Rauchverbot im Jugendschutzgesetz, das aktuell nur für Tabakwaren gilt, soll auf alle elektronischen Produkte ausgeweitet werden.

E-Produkte können Nikotin enthalten

Insgesamt entwickelt sich das Rauchverhalten von Jugendlichen positiv, so wenige wie noch nie greifen zur Zigarette, aktuell sind es knapp 10 Prozent – vor vierzehn Jahren waren es rund drei Mal so viele. Auch gibt es immer mehr Jugendliche, die noch nie geraucht haben. Allerdings gibt die Studie Anlass zur Sorge: Rund 500.000 Jugendliche in Deutschland haben in ihrem Leben noch nie eine Tabakzigarette geraucht, aber bereits E-Produkte konsumiert.

Das Informationsportal rauchfrei klärt auf, dass auch E-Produkte Nikotin enthalten können: „Viele, aber längst nicht alle E-Shishas sind nikotinfrei. Einige Produkte enthalten das abhängig machende Nervengift“, heißt es dort. Auch steht noch nicht fest, ob  Langzeitschäden für die Gesundheit durch den Konsum entstehen.