Dentista „lagert“ Standespolitik aus

Aus der Traum

Dentista geht neue Wege. Die Zahnärztinnen und Zahntechnikerinnen beschlossen kürzlich, die standespolitische Arbeit auszugliedern. Man möchte künftig nur noch ein „Kommunikationsforum zum fachlichen und unternehmerischen Austausch“ sein. Oder anders: Eine wesentliche Intention der „Gründermütter“ ist gescheitert.


Zahnärztin

Standespolitischer Alleingang der Zahnärztinnen: Im gemeinsamen Verband mit den Zahntechnikerinnen konnten sie sich nicht auf eine politische Linie einigen. © Santiago Nunez/iStockphoto


Die Entwicklung war absehbar. 2007 als Interessensvertretung für Zahnärztinnen gegründet, kamen im Laufe der Zeit die Zahntechnikerinnen hinzu, bei denen es viele gleiche Ziele gab. Nur nicht in der Standespolitik. Und die ist nach wie vor in der Satzung des Vereins verankert, der sich für „gesunde Rahmenbedingungen“, eine Vertretung spezifischer Interessen „gegenüber […] der Standespolitik“ und als Informantin zu „… Standespolitik, Gesundheitspolitik und Rechtsfragen“ definiert.

Das wird in der offiziellen Verlautbarung von Dentista auch deutlich: „Da beide Berufe nicht in allen Punkten gemeinsame politische Anliegen vertreten, war eine gemeinsame standespolitische Interessenvertretung nicht realisierbar.“ Aus der Traum von der neuen weiblichen Standeskraft. Das hatte der Vorstand so beschlossen, und die Mitglieder folgten der Dentista-Präsidentin Dr. Susanne Fath und der Vorsitzenden des Forums Zahntechnik, ZTM Annette von Hajmasy.

Verbandsgründung am 26. Juni

Die ungetrübte standespolitische Interessenvertretung der Zahnärztinnen soll jetzt ein neuer Verband übernehmen, dessen Gründung für den 26. Juni geplant ist. Initiatorin dieses neuen Verbandes ist ein bekanntes Gesicht: Dentista-Gründerin Birgit Wolff. Im vergangenen Jahr hatte sie sich eigentlich aus der aktiven Arbeit bei Dentista zurückgezogen. „Ich möchte der neuen standespolitischen Interessensvertretung der Zahnärztinnen auch nur Starthilfe geben“, sagt Wolff. Für den noch zu wählenden Vorstand des Verbandes werde sie sich nicht aufstellen lassen: „Wir haben viele hervorragende Kandidatinnen für den Vorstand, die richtig gute Arbeit leisten werden.“

Und dann eben ohne die Zahntechnikerinnen.