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Corona-News für Zahnärzte: Das sollten Sie wissen

Die wichtigsten und aktuellsten Corona-News im Überblick: Beschlüsse von Bund und Ländern | Täglicher Antigentest für Praxispersonal eine Zumutung | Impfpflicht und Kontaktbeschränkungen | 3G auch für Patienten | Zahnärzte sollten impfen | Wer zählt als Besucher einer Zahnarztpraxis? | Infos zur Omikron-Variante


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Seit dem 24.11. müssen alle Arbeitgeber und Beschäftigte in Praxen und Gesundheitseinrichtungen einen tagesaktuellen negativen Corona-Antigenschnelltest vorweisen. © Patrick Daxenbichler – stock.adobe.com


Wir informieren Sie über die neuesten Enwicklungen rund um Covid-19 mit unseren Corona-News für Zahnärzte und aktualisieren diese fortlaufend. Hier finden Sie die wichtigsten Meldungen:

Das haben Bund und Länder beschlossen

Bund und Länder haben sich am Donnerstag beraten und diese neuen Corona-Maßnahmen beschlossen:

  • Impfkampagne: Bis zum Jahresende soll es bis zu 30 Millionen Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen geben. Dazu können kurzfristig Ärzte Impfungen an Apotheker, Zahnärzte und Pflegekräfte delegieren. Eine gesetzliche Änderung soll künftig den Kreis der Berechtigten ausweiten. Der Impfstatus soll außerdem ohne Booster seine Anerkennung verlieren, im Gespräch ist derzeit eine Begrenzung auf neun Monate.
  • Impfpflicht: Einrichtungsbezogen (Pflege und Krankenhäuser) soll ab dem 16. März 2022 eine Impfpflicht gelten. Mit der Übergangsfrist haben Beschäftigte jetzt noch Zeit, sich impfen zu lassen. Ausgenommen sind Beschäftigte, die sich aus medzinischen Gründen nicht impfen lassen können.
  • 2G: Bundesweit gilt künftig die 2G-Regel inzidienzunabängig für Kultur- und Freizeitveranstaltungen (Kino, Theater, Restaurants) und den Einzelhandel (außer Geschäfte des täglichen Bedarfs), auch eine 2G-Plus-Regel (mit aktuellem negativen Schnelltest) ist möglich. Die Geschäfte müssen die Einhaltung der Regel selbst kontrollieren.
  • Kontaktbeschränkungen: Für Ungeimpfte gilt künftig, dass Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum nur mit dem eigenen Haushalt und höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts gestattet sind (ausgenommen Kinder unter 14 Jahren). Ehegatten sowie die Lebenspartnerinnen und -partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten dabei als ein Haushalt – auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.
  • Großveranstaltungen: Sport-, Kultur- und ähnliche Großveranstaltungen dürfen nur noch mit 30 bis 50 Prozent der Besucherkapazität stattfinden. Für Innenräume gilt eine Obergrenze von 5000 Menschen, an Veranstaltungen im Freien dürfen maximal 15.000 Menschen teilnehmen. In Fußballstadien sind maximal 15.000 Zuschauer gestattet, es gilt Maskenpflicht und die 2G-Regel (2G-Plus möglich). In Ländern mit besonders hoher Inzidenz soll es Geisterspiele oder Absagen geben.
  • Clubs, Diskotheken, Privatfeiern: Liegt die Inzidenz in Ländern über 350, müssen Clubs und Diskotheken die Innenräume schließen. Privatfeiern sind dann in Innenräumen nur mit 50 Personen (2G) gestattet, für den Außenbereich sind 200 Personen erlaubt.
  • Silvester/Neujahr: Bundesweit gilt ein An- und Versammlungsverbot. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk wird untersagt. An publikumsträchtigen Plätzen gilt ein Feuerwerksverbot.
  • Infektionsschutzgesetz: Das Infektionsschutzgesetz soll überarbeitet werden. Möglich sollen künftig „angemessene zusätzliche Maßnahmen“ (befristete Gastronomie-Schließungen, Alkoholabgabe- und Alkoholkonsumverbot, Beschränkung von Ansammlungen oder Hotelübernachtungen) sein.
Probleme mit täglicher Testung für Praxispersonal

Seit dem 24. November gilt das neue Infektionsschutzgesetz. Das beinhaltet auch eine tägliche Testpflicht für Praxispersonal, unabhängig vom Impf- oder Genesenen-Status. Demnach drüfen Arbeitgeber, Beschäftigte und Besucher einer Zahnarztrpaxis diese nur betreten, wenn sie einen aktuellen negativen Antigentest vorweisen können. Alternativ ist auch alle 48 Stunden ein PCR-Test möglich.

Von Seiten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) folgte eine scharfe Kritik an dieser Regelung. Sie sei unzumutbar und müsse vom Gesetzgeber sofort ausgesetzt werden. Zumal von Zahnarztpraxen aufgrund der dort herrschenden hohen Hygienestandards keine Infektionsgefahr ausgehe.

Einige Bundesländer haben die Regelung bereits wieder ausgesetzt. Bitte informieren Sie sich bei Deiner zuständigen Kammer, wie die Regelungen in Ihrem Bundesland derzeit aussehen.

Leopoldina zu Impfpflicht und Kontaktbeschränkungen

Die Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat eine Stellungnahme zur Corona-Situation abgegeben. Sie sprechen sich für drei Maßnahmen aus, die sofort umgesetzt werden sollten:

  • Massive Verstärkung der Impfkampagne: Nicht nur Ärzte, sondern auch andere medizinische Berufsgruppen wie Apotheker, Zahnärzte, Pflegekräfte und Hebammen sollten impfen dürfen. Flächendeckend sollten die Impfzentren wieder öffnen, Impfangebote sollten ausgebaut werden. Außerdem sollte eine berufsbezogene Impfpflicht für Ärzte, Pflegekräfte und medizinische Fachberufe eingeführt werden, anschließend eine allgemeine Impfpflicht unter Berücksichtigung der erforderlichen Rahmenbedingungen.
  • Deutliche Kontaktreduzierungen: Zumindest in Regionen mit hoher Inzidenz sollten sofort umfassende Kontaktbeschränkungen gelten, sowohl für Geimpfte als auch für Genesene. Das betrifft den privaten Bereich (z.B. Bars, Clubs, Veranstaltungen) und in allen Bereichen, bei denen sich Kontakte nicht vermeiden lassen die Wiedereinführung der FFP2-Maskenpflicht sowie die konsequnte Umsetzung der 2G-Regelung.
  • Berücksichtigung der besonderen Situation von Kindern und Jugenldichen: Maskenpflicht für Lehrer und Schüler aller Klassenstufen während des gesamten Aufenthalts im Schulgebäude, regelmäßige Tests (mindestens dreimal pro Woche) und vorgezogene Weihnachtsferien.
KZVB fordert 3G für Patienten

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) fordert die Einführung der 3G-Regel auch für Patienten einer Zahnarztpraxis. Demnach sollten Patienten vor der Behandlung nachweisen, ob sie gegen Corona geimpft oder genesen sind oder einen negativen Test vorlegen. Nur für wenige Notfälle sollten Ausnahmen gelten.

„Für den Besuch im Restaurant und beim Friseur gilt in Bayern 2G, bei Kulturveranstaltungen 2G+. In eine Zahnarztpraxis kann dagegen jeder Patient ohne irgendeinen Nachweis reinspazieren. Wir Zahnärzte arbeiten oft mehrere Stunden am offenen Mund des Patienten. Unsere Wartezimmer und die Praxen müssen weiterhin sichere Orte bleiben, in die man nur mit Impfung oder Testung gehen darf. Auch bei den meisten Schmerzbehandlungen ist vor dem Beginn noch genügend Zeit für einen Schnelltest. Wir appellieren an den Gesetzgeber, dass wir vor Behandlungen einen solchen Nachweis verlangen dürfen. Auf Wunsch können wir den Patienten einen Schnelltest auch in unseren Praxen anbieten. Wie bisher werden wir bei Notfällen auf einen Impf- oder Testnachweis verzichten“, erklärt Christian Berger, KZVB-Vorstandvorsitzender.

Zahnärzte sollten impfen

Die Impfkampagne solle beschleunigt werden, auch im Hinblick auf die Booster-Impfungen. Die Gesundheitsminister der Länder fordern daher vom Bund, dass auch Zahnärzte und Apother künftig gegen das Coronavirus impfen sollten. Laut einem einstimmigen Beschluss der Länder könnte dies über eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden – etwa ergänzend zu Regelungen, nach denen Apotheken in regionalen Modellprojekten bereits Grippeimpfungen anbieten können.

Wer zählt als Besucher einer Zahnarztpraxis?

Besucher sind alle Personen, die in die Zahnarztpraxis kommen und nicht Arbeitgeber, Beschäftigte oder Patienten der Zahnarztpraxis sind. Dazu gehören alle Personen, die aus beruflichem Grund die Praxis betreten (z.B. externe Zahntechniker, Reinigungskräfte, IT-Dienstleister, Paketboten), aber auch Privatbesuche in der Zahnarztpraxis von bspw. Familienangehörigen der Praxisangestellten.

Begleitpersonen von Patientinnen und Patienten sind keine Besucher, wenn die Begleitung für die Behandlung der/des Patientin/Patienten notwendig ist. Dies ist bspw. regelmäßig bei der Begleitung von Kindern unter 12 Jahren durch ein Elternteil der Fall. Weitere Beispiele können sein: Betreuer, Gebärdendolmetscher, oder vergleichbare Personen. Ob eine Begleitperson für die Behandlung einer Person notwendig ist, entscheidet die/der behandelnde Zahnärztin/Zahnarzt.

Was ist über die Omikron-Variante bekannt?

Die erst kürzlich in Südafrika entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus ist auch in Deutschland angekommen. Diese Infos sind bisher über die Variante bekannt:

  • Die WHO stufte Omikron (B.1.1.529) als besorgniserregende Virusvariante mit einem sehr hohen Risiko ein.
  • Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC ist darüber besorgt, dass Omikron mit einer erhöhten Übertragbarkeit, einer erheblichen Verringerung der Wirksamkeit des Impfstoffs und einem erhöhten Risiko für Reinfektionen verbunden sein könnte. Die Omikron-Variante ist laut ECDC die am stärksten abweichende Variante, die während der Pandemie bisher in signifikanter Zahl nachgewiesen wurde.
  • Es ist noch unklar, ob die bisherigen Impfstoffe gegen Omikorn weniger wirksam sind. Erste Ergebnisse zu diesen Untersuchungen soll es von Biontech, Moderna, Johnson&Johnson und AstraZeneca in den nächsten zwei Wochen geben.
  • Antigentests sollen auch bei Omikron funktionieren. Die Variante selbst lässt sich nur durch Sequenzierung sicher ermitteln.
  • Omikron besitzt im Vergleich zum ursprünglichen SARS-CoV-2 aus Wuhan eine ungewöhnlich hohe Zahl von ca. 30 Aminosäureänderungen im Spike-Protein, darunter solche mit bekanntem phänotypischem Einfluss (Erhöhung der Transmission, Immunevasion, Übertragbarkeit), aber auch viele Mutationen, deren Bedeutung unklar ist. Die Eigenschaften des Virus werden derzeit untersucht.
  • Bisher konnten Ärzte nur milde Krankheitsverläufe feststellen. Die Patienten klagen nach Angaben der südafrikanischen Mediziner-Vereinigung (SAMA) über einen schmerzenden Körper und extreme Müdigkeit, keiner habe den Geruchs- oder Geschmackssinn verloren. Betroffen waren bisher meist jüngere Menschen.