Bewertungsportale: Nach welchen Kriterien entscheiden Patienten?

Arztwahl: Patienten vertrauen Online-Empfehlungen

Zu welchem Zahnarzt ein Patient geht, hängt auch davon ab, wie er von anderen im Internet bewertet wird. Das hat eine Umfrage von jameda ergeben.


© jameda (Screenshots)


Die Meinung anderer Menschen im Netz ist wichtig, das gilt auch für die Arztwahl. Rund zwei Drittel der Patienten haben in der Vergangenheit aufgrund von Online-Empfehlungen einen bestimmten Arzt aufgesucht. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage des Arztbewertungsportals jameda unter 1.020 Patienten. Auf der Website haben User nach einer Behandlung die Möglichkeit, ihren Zahnarzt bzw. Arzt zu bewerten. Dabei berichten sie in Freitexten in Form von Kritik oder Lob über ihre eigenen Erfahrungen und vergeben Schulnoten von 1 bis 6. Im Übrigen können auch (Zahn-)ärzte auf dem Portal in ihrem Profil Schwerpunkte, Öffnungszeiten und ihr Leistungsspektrum vorstellen.

Zahnärzte und Ärzte haben oftmals große Sorgen vor kritischen Kommentaren, erst recht wenn sie aus ihrer Sicht ungerechtfertigt sind. Für sie stellt sich die Frage: Wie glaubwürdig finden potenzielle Patienten die anonymen Kommentare auf Bewertungsportalen? Was für viele überraschend klingen mag: Für die meisten Befragten, nämlich 63 Prozent, tragen neben positiven auch vereinzelte kritische Erfahrungsberichte zu mehr Glaubwürdigkeit von Arztbewertungen bei. Für den Großteil der Befragten sind zudem ausführliche Beschreibungen, in denen Patienten ihre Erfahrungen in einer Praxis detailliert schildern, ein wichtiges Indiz für die Glaubwürdigkeit der Kommentare. Auch ob eine Bewertung aktuell ist und ob das Portal Prüfmechanismen zur Sicherung der Qualität von Arztbewertungen aufweist, spielt eine Rolle. 

Patienten hinterfragen Bewertungen durchaus kritisch

Viele der Zahnärzte und Ärzte, die auf dem Bewertungsportal zu finden sind, haben nur einige Bewertungen, so dass es schwierig werden dürfte, daraus vor dem Besuch ein vollständiges Bild über den Arzt zu gewinnen. Die Anzahl der Bewertungen ist aber für die meisten nicht ausschlaggebend, ebenso wenig, ob ein Kommentar grammatikalisch korrekt verfasst wurde.

Es fließen nicht nur fachliche Beurteilungen wie die Zufriedenheit mit der Behandlung oder die Aufklärung darüber in die Kommentare ein, sondern auch, ob das Praxisteam freundlich war, genügend Parkplätze vorhanden sind und Unterhaltungsmusik im Wartezimmer lief. Dass Patienten das Geschriebene jedoch kritisch hinterfragen, um es anschließend den eigenen Bedürfnissen entsprechend einzuordnen, zeigt sich in den offenen Antworten der Befragten. „Man muss differenzieren: Eine schlechte Bewertung heißt noch nicht ein schlechter Arzt! Menschliche Befindlichkeiten der Bewerter sollte man für sich filtern.“