Esthetic Days Baden-Baden

„Aligner werden Implantatmarkt überholen“

In Baden-Baden sind die Esthetic Days von Straumann eröffnet. Los ging es mit dem Forum „Markt und Strategie“, durch das Holger Haderer führte. Zur Eröffnung der Esthetic Days zeigte CEO Marco Gadola die künftigen Trends in der Zahnmedizin auf. Für ihn liegt die größte Marktperspektive in der KFO.


Straumann-CEO Gadola sieht die Zahnmedizin mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Gadola wechselt im Januar in den Aufsichtsrat des Unternehmens. © Bernd Schunk

Straumann-CEO Gadola sieht die Zahnmedizin mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Gadola wechselt im Januar in den Aufsichtsrat des Unternehmens. © Barfuß


Holger Haderer, Deutschland-Chef bei Straumann und ab 1. Januar 2020 Head of Global Marketing and Education in der Baseler Firmenzentrale, eröffnete das den Esthetic Days vorgeschaltete Forum Markt und Strategie“. Er bot eine umfassende Marktanalyse samt der sich daraus ergebenden Perspektiven für den Markt. So werden künftig Praxisstrukturen größer, aber die durchschnittliche Anzahl der Patienten pro Zahnarzt sinkt. Ob das an dem steigenden Frauenanteil liege oder aber eine Frage der Generationen sei, sei noch nicht erschlossen.

Für Straumann, so Haderer, ergebe sich daraus die Herausforderung, künftig die eigenen Produkte so präsentieren, dass dem Zahnarzt dazu auch der Weg zum Geldverdienen aufgezeigt werde. Künftig will Straumann auch eine betriebswirtschaftliche Beratung zu den Produkten anbieten – wie etwa beim Einsatz von Emdogain FL zur parodontalen Regenerationstherapie bei geschlossener Behandlung.

Gadola sieht Aligner als Boom-Markt

Zur Eröffnung der Esthetic Days von Straumann in Baden-Baden gab CEO Marco Gadola einen Überblick über die Trends in der Zahnmedizin. Geprägt seien diese vor allem durch die Digitalisierung, die zwar in Deutschland nicht so rasant verlaufe wie woanders, dennoch aber nicht aufzuhalten sei. Gadola: „Wer hätte vor Kurzem noch gedacht, dass Kronen und Brücken aus dem Drucker in der Praxis kommen?“


Prägend sei zudem die verbesserte Mundhygiene bei Patienten, die außerdem immer besser informiert seien. Zudem prägten die aufkommenden Zahnarztketten die Perspektiven. Heute werde deutschlandweit bereits eins von fünf Implantaten in solchen Ketten gesetzt; in Finnland sei es bereits eins von zwei.

Außerdem sei festzustellen, dass Allgemeinzahnärzte die Aligner-Technologie und Implantate als für sich höchst lukrative Tätigkeitsfelder entdeckt haben. Gadolas These: In einigen Jahren werde die Aligner-Therapie wirtschaftlich die Implantattherapie übertreffen: „Dort liegt ein Riesen-Potenzial, das es noch zu heben gilt.“

Bis Samstagnachmittag dreht sich in der Kongresshalle vor 366 Teilnehmern alles um Implantologie, Prothetik, Prävention, Regeneration und Zahntechnik.