Expertenzirkel

Chlorhexidin versus lokale Antibiose

Chlorhexidin ist ein Antiseptikum. Antiseptika werden zur Desinfektion eingesetzt, um eine Wundinfektion und in weiterer Folge eine Sepsis zu verhindern. Antiseptika wirken lokal und vorwiegend unspezifisch auf zelluläre Erreger sowie unter Umständen auch zytotoxisch auf körpereigene Zellen [Rajabalian S et al., Zyba V].


Foto: Ratka-Krüger/Schmitz


Doxyzyklin dagegen ist ein Antibiotikum. Antibiotika sind natürlich gebildete Stoffwechselprodukte von Pilzen oder Bakterien bzw. heute überwiegend vollsynthetisch hergestellte Substanzen, die bereits in geringer Konzentration das Wachstum anderer Mikroorganismen hemmen bzw. diese abtöten. Antibiotika entfalten ihre gewünschte Wirkung an Strukturen oder Mechanismen der Bakterienzellen, die in tierischen bzw. menschlichen Zellen nicht vorkommen, und wirken überwiegend spezifisch auf bestimmte Erreger.

Doxyzyklin wirkt gegen die wichtigsten parodontal pathogenen Keime und bewirkt bereits nach einmaliger unterstützender Anwendung bei Patienten mit Parodontalerkrankungen eine nachweislich stärkere Reduktion der Keimzahlen von Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia und Treponema denticola in der subgingivalen Plaque (nach drei und sechs Monaten) als nach SRP allein [Ratka-Krüger P et al.].

Der hauptsächliche therapeutische Effekt einer PA-Behandlung mit Doxyzyklin basiert auf dem antibakteriellen Effekt. Zusätzlich verfügt Doxyzyklin aber über weitere Effekte, die den Verlauf der Parodontalerkrankung positiv beeinflussen können. In diesem Zusammenhang ist besonders die antiinflammatorische (antientzündliche) Wirkung durch Inhibition der Kollagenase [Preshaw PM et al.] und die Inhibition der Knochenresorption zu nennen [Metzger Z et al.].

> Lesen Sie hier den EXPERTENZIRKEL zum Thema: „PA-Therapie –  Lokale Antibiotika“