Anne Barfuß
03.02.17 / 00:01
Interview mit Holger Haderer, Geschäftsführer Deutschland

Straumann-IDS-Highlight: 2,9-millimeter-Durchmesser-Implantat

Zur IDS präsentiert sich Straumann als Anbieter kompletter Lösungen. Der neue Geschäftsführer Deutschland Holger Haderer umriss im Gespräch mit dem DENTAL MAGAZIN den Kurs „2017“.



Welche Highlights wird der IDS-Besucher am Straumann-Stand finden?
Haderer: Neben digitalen Workflows – intraorales Scannen und Chairside-Lösungen – rücken wir Keramikthemen, neue Implantatdesigns und natürlich unsere SLActive-Implantatoberfläche in den Fokus.

Warum erneut SLActive?
Haderer:
Die Oberfläche ist ein Erfolgsgarant und wird immer weiter optimiert. Sie ermöglicht die schnelle und vorhersagbare Osseintegration, was zu exzellenten Erfolgsraten führt, und das selbst bei kompromittierten Patienten. Vor allem bei den reduzierten Oberflächen kurzer und durchmesserreduzierter Implantate entscheidet die richtige Rauigkeit und Topografie über Erfolg und Misserfolg.

In Köln präsentieren Sie auch extrem durchmesserreduzierte zweiteilige Implantate. Eigentlich gelten Durchmesser von 3,0 mm bei Zweiteiligen bereits als problematisch. Eröffnet SLActive da neue Dimensionen?
Haderer: Nicht nur SLActive, auch unser Hochleistungsmaterial Roxolid, also die Titan-Zirkonium-Legierung. Das neue BLT (Bone Level Tapered) 2,9 mm SC Implantat zeichnet sich durch beste mechanische und biokompatible Eigenschaften aus. Es verfügt über eine hohe Primärstabilität und erweiterte Behandlungsoptionen und somit eine große Versorgungsflexibilität.

Sprich, je weniger Oberfläche, desto wichtiger die Qualität?
Haderer:
Richtig, die Oberflächenbearbeitung ist ein wichtiges Kriterium für eine sichere Knochen- und Weichgewebsanlagerung an das Implantat. Die richtige Mischung aus Rauigkeit und Topografie der Implantatoberfläche ist vor allem für die Sekundärstabilität entscheidend. Neue Langzeitdaten, die wir auf der EAO in Paris vorgestellt haben, zeigen selbst bei Sofortbelastung eine Zehn-Jahres-Überlebensrate von 98,2 Prozent.

Für mehr Biokompatibilität und perfektes Weichgewebe stehen auch reine Keramikimplantate …
Haderer:
… und das ist sicherlich ein Grund, warum das Straumann Keramikimplantat mehr und mehr den Weg aus der Nische schafft.

Die Einteiligkeit dürfte die Indikationsvielfalt allerdings etwas einschränken. Wann wird es das zweiteilige Straumann-Keramikimplantat geben?
Haderer:
Wenn wir die Sicherheit hundertprozentig gewährleisten können. Wir werden definitiv aber auch an dem einteiligen Keramikimplantat festhalten. Straumann ist und bleibt ein sehr wichtiger Ansprechpartner auch in diesem Segment.

Kommen wir zu Biomaterialien: Mit der engen Kooperation mit botiss hat sich Straumann in diesem Segment neu aufgestellt. Was sind die Vorteile für den Behandler?
Haderer:
Die hohe Qualität und der Service aus einer Hand. Das „botiss regeneration System“ verfügt über eine enorme Bandbreite an bovinen, humanen, synthetischen und kollagenbasierten Materialien für die Knochen- und Weichgeweberegeneration. Die klinisch geprüften Lösungen für die dentale Knochen- und Weichgeweberegeneration umfassen unter anderem Membranen für die geführte Gewebe- und Knochenregeneration, ein vollständiges Sortiment boviner, allogener und synthetischer Knochenersatzmaterialien sowie Produkte für den Weichgewebeaufbau. Das botiss-Verkaufsteam gehört seit dem dritten Quartal 2016 zur Straumann-Gruppe.

Apropos Qualität: Auch in Sachen Fortbildung beschreitet Straumann neue Wege.
Haderer:
Neben unseren zielgruppenspezifischen Kursformaten – hier ist stets das ganze Team angesprochen – und unseren Hands-on-Kursen, Live-OPs und Vorträgen, setzt Straumann inzwischen verstärkt auf Onlinefortbildung. In diesem Zusammenhang möchte ich auf unsere Foren Zahntechnik & Innovation sowie unsere Webinare und eine Veranstaltungs-App hinweisen. 



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