Anne Barfuß
03.02.17 / 00:01
Interview mit den Geschäftsführern Henry Schein Dental Deutschland

Rundum-sorglos-Service für die Praxis

Vom Hygienekonzept über digitalen Workflow bis hin zur Laserzahnheilkunde – das IDS-Spektrum von Henry Schein ist breit gefächert. Neu: das Meet-the-Expert-Angebot auf der IDS, das die Geschäftsführer Henry Schein Dental Deutschland GmbHJoachim Feldmer und Jürgen Hahn im Gespräch mit dem DENTAL MAGAZIN herausstellen.



Einer der Schwerpunkte auf Ihrem diesjährigen IDS-Stand ist das Thema Hygiene. Was konkret zeichnet das Henry Schein Hygienekonzept aus?
Feldmer: Unser Hygienekonzept unterstützt Zahnarztpraxen durch eigens für sie erarbeitete Lösungen und hilft den administrativen Aufwand zu verringern. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist der PraxisCheck. Innerhalb eines Praxisrundgangs werden alle wichtigen Hygieneaspekte auf der Basis von RKI-Richtlinien, geltenden Gesetzen und Verordnungen überprüft. Die Ergebnisse werten wir aus und erarbeiten gemeinsam mit dem Praxisinhaber individuelle Lösungsansätze.
Hahn: Ergänzend profitieren Praxen von unserem Wartungs- und Validierungskonzept. Unser Validierungsteam übernimmt den kompletten Prozess – angefangen bei der Leistungsprüfung der Geräte, dem Erstellen von Beladungsmustern bis hin zum detaillierten Prüfbericht. Der Service erfolgt auf direktem Weg, ohne externe Partner einbinden zu müssen. Quasi ein „Rundum-sorglos-Paket“ für die Praxen.

Ein optimaler Hygieneprozess und eine organisierte Lagerhaltung bauen aufeinander auf. Welche Rolle spielt dabei die Dokumentationssoftware DOCma?
Hahn:
Bei DOCma handelt es sich um eine Dokumentationssoftware, mit der Praxis- und Laborinhaber ihre Hygiene- sowie Materialverwaltungsprozesse prozessorientiert archivieren und dokumentieren können. Ein Baustein davon ist DOCma Materialmanagement – ein Warenwirtschaftssystem – mit dem der Lagerbestand und abgelaufene Produkte ständig kontrolliert werden. Das System erstellt auf Knopfdruck Vorschläge zur Materialbestellung, die über eine Schnittstelle zum Henry Schein-Onlineshop bequem nachbestellt werden können. Wer mehr über die Software erfahren möchte, besucht die Seite www.henryschein-docma.de.

Auf Ihrer Plattform dent.talents bieten Sie Praxisgründern umfangreiche Unterstützung. Wie viele Newcomer erreichen Sie damit und wie kommt das bei der Zielgruppe an?
Feldmer:
Mit dent.talents. bündeln wir unser Know-how rund um den Nachwuchs unter einem Markendach. Dank unserer bundesweit 23 student.shops. konnten wir in der Vergangenheit viele Kundenbeziehungen zu Newcomern aufbauen, die wir mit der Plattform gezielt bis zur Gründung betreuen. Das Feedback ist sehr gut und die Anfragen über die Plattform steigen stetig an. Deshalb entwickeln wir dent.talents ständig weiter. Zu viel verraten wir derzeit noch nicht, aber zur IDS können sich Interessierte über alle Neuigkeiten direkt am Stand oder unter www.denttalents.de informieren.

Digitale dentale Verfahren gehören heute zum Alltag moderner Zahnarztpraxen. Wie lässt sich die digitale Prozesskette für die Praxen weiter verbessern? Welche „analogen“ Schritte werden Ihrer Einschätzung nach künftig wegfallen?
Hahn:
Die Digitalisierung treibt Praxis- und Laborinhaber nach wie vor um. Wichtige Daten – beginnend bei allgemeinen Patienteninformationen bis hin zur Dokumentation der Behandlungsfälle – sind dank der neuen Technologien nur wenige Klicks entfernt. Viele Praxen röntgen bereits digital, DVT-Geräte sind immer beliebter. Implantologisch tätige Zahnärzte nutzen diese Daten im weiteren Verlauf zur Implantatplanung. Trotz dieser Entwicklung sehen wir, dass der Informationsfluss an potenzielle Nutzer über die bereits bestehenden Möglichkeiten der Anwendung, des Workflows sowie des Erkennens der Technologievorteile, weiterhin optimiert werden muss.
Ein weiterer Punkt ist die Vernetzung von Praxis und Labor und die damit einhergehende Komptabilität der Systeme: Der reibungslose Datenaustausch ist nach wie vor eine Herausforderung, an der kontinuierlich gearbeitet wird. Henry Schein stellt sich dieser Aufgabe in praxisindividuellen Beratungen und Fortbildungsveranstaltungen.

Feldmer: Trotz einiger Herausforderungen werden diese Prozesse zukünftig stärker digitalisiert ablaufen. Neben dem Datenaustausch wird der konventionelle Abdruck sukzessive durch den intraoralen Scan abgelöst. Und wer heute noch Laborzettel manuell ausfüllt, wird dies in einigen Jahren komplett elektronisch vornehmen.

Doch bis alle Schritte in Praxis und Labor voll digitalisiert sind, kann es noch eine Weile dauern.
Sie haben im vergangenen Jahr den Laserkongress 2016 aus der Taufe gehoben. Das laseraktivierte Spülen (PIPSen) scheint sich zu etablieren, auch in der Parodontologie haben sich Laser durchgesetzt. Kann man daraus eine Trendwende für den Laser in der Zahnheilkunde ableiten?

Feldmer: Ja, definitiv. Das Verständnis und die Akzeptanz für den Laser in der Praxis sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. Überzeugte Anwender sehen den Laser mittlerweile weniger als Marketinginstrument, sondern als modernes Therapiegerät für eine nachhaltige und schonende Patientenbehandlung. Das Indikationsspektrum ist breit gefächert: Von der Endodontie, Prothetik, Chirurgie, Parodontolgie bis hin zu kosmetischen Indikationsbereichen sind dem Einsatz fast keine Grenzen gesetzt.
Hahn: Seit dem Kongress sprechen uns zunehmend sowohl erfahrene Anwender als auch Laser-Interessierte an, die eine tiefergehende Beratung zur Antischnarch-Therapie, EmunDo für die Photothermische Therapie, PIPS sowie der blauen Wellenlänge (445 nm) wünschen. Das zeigt uns, dass wir mit der Veranstaltung den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Henry Schein bietet im Laserbereich zahlreiche Schulungen an, die nach Schwerpunkt und Level variieren. Da die Systeme immer fortschrittlicher werden, ist uns ein hoher Qualitätsstandard wichtig. Dafür arbeiten wir eng mit den Universitäten Aachen und Bonn zusammen. Ergänzt wird das Angebot durch den Laserqualitätszirkel (LQZ). Im LQZ tauschen sich Mitglieder und Laserexperten zu Themen wie Abrechnung der Leistungen oder Systemeinstellungen und Behandlungsmöglichkeiten aus.

Was dürfen interessierte Besucher am Henry-Schein-Stand erwarten, zum Beispiel Workshops oder Hands-on-Kurse?
Feldmer:
Neu ist in diesem Jahr unser Angebot „Meet the Experts“. Spezialisten geben im Rahmen kurzer Vorträge zu Hygiene, Laser oder dem digitalen Workflow Tipps, wie man in Praxis oder Labor mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit erreicht. Eine Registrierung ist ab Ende Februar unter www.henryschein-mag.de möglich – und empfohlen, denn es stehen nur begrenzt Plätze zur Verfügung. Auf der Seite – die zur IDS neu gelauncht wird – finden sowohl Messebesucher als auch Zahnärzte und Zahntechniker, die nicht zur IDS kommen können, einen guten Überblick über die wichtigsten Neuheiten der Messe. Mit Kurzberichten, Videos von der Messe und einer fundierten fachlichen Einordnung der wichtigsten Trends möchten wir unseren Kunden und alle Interessierten einen digitalen Guide an die Hand geben, der sowohl mobil auf der Messe als auch zu Hause am Bildschirm die relevanten Informationen rund um die IDS zusammenfasst.