Anne Barfuß
03.02.17 / 00:01
Interview mit Walter Esinger, BEGO Implantat Systems

„Fels in der Brandung“

Den digitalen Workflow in der dentalen Implantologie und die BEGO Semados SC/SCX-Line als Nachfolger der S-Implantate wird BEGO Implant Systems auf der IDS in den Fokus rücken, wie Geschäftsführer Walter Esinger im Interview mit dem DENTAL MAGAZIN hervorhebt.



Übernahmen und Fusionen bestimmen derzeit die Branche. Wird das Ende des Mittelstands eingeläutet? Wird es schwerer für inhabergeführte Unternehmen?
Esinger:
Nein, im Gegenteil. Durch die Fusionen und Übernahmen rückt die BEGO Implant Systems besonders bei Neukunden stärker in den Fokus. Viele Kunden sehen uns inzwischen als einen sicheren Hafen in einem sehr turbulenten Markt. In einem so aufgewühlten Umfeld ist es wichtig, klare Werte zu haben.

Verantwortungsbewusstsein, Ehrlichkeit, Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit, diese Werte spielen für Anwender, die sich für die BEGO interessieren, eine immer größere Rolle bei der Entscheidung, mit uns in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zu investieren. Unsere sehr flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswege sind für Neukunden hoch interessant. Eine bekannte süddeutsche Versicherungsgruppe wirbt mit dem Slogan „Der Fels in der Brandung“, was auch für uns perfekt passen würde.

Auch BEGO setzt auf Service aus einer Hand. Wie läuft das Zusammenspiel von BEGO Implant Systems und der BEGO?
Esinger:
Wir sind bekanntlich einer der ganz wenigen mittelständischen und dazu noch inhabergeführten Anbieter, die ein komplettes Implantologiesystemangebot von technischen Produkten für den dentalen Implantologiemarkt über verschiedene Dienstleitungsangebote, Prägraduierten- und Postgraduierten-Ausbildungsangebote bis hin zu dem einzigartigen Implantatversicherungsprogramm „BEGO Security Implants“ anbieten können. Das ist möglich, weil wir das gesunde Zusammenspiel der drei BEGO-Geschäftsbereiche

  • „Dentale Produkte und Geräte für das zahntechnische Labor (BEGO Dental),
  • CAD/CAM-Lösungen für dentale Anwendungen (BEGO Medical) und
  • Systemlösungen für die dentale Implantologie (BEGO Implant Systems)

synergetisch nutzen können. Sicher haben wir in Einzelfragen auch einmal Interessenkonflikte zu bearbeiten. Solche Herausforderungen werden bei uns aber schnell gelöst und in ein Element unserer Stärke umgemünzt. Was das für unsere Kunden konkret bedeutet, sehen Sie am besten auf der kommenden IDS in Köln.

2013 führte BEGO Semados RS und RSX ein. Wie haben sich die „Zwillinge“ in der Praxis bewährt?
Esinger:
Die „Zwillinge“ wurden zur DGI-Jahrestagung 2013 in Frankfurt in den Markt eingeführt, weil wir bis dahin den großen Markt für selbstschneidende wurzelförmige Implantate mit unserer bewährten, parallelwandigen S-Line nicht erreichen konnten. Die Investition hat sich sehr gelohnt. Der von einigen Kritikern prophezeite Kannibalisierungseffekt blieb weitgehend aus. Kam es doch zu Kannibalisierungseffekten, wurde dies durch einen Anstieg des Gesamtabsatzes kompensiert. Seit Sommer 2016 ist die RS/RSX-Linie auch in China und Taiwan zugelassen, was uns zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt.

Worauf legen Sie in Köln den Fokus? Gibt es ein besonderes Standkonzept?
Esinger:
Wir werden auf der IDS 2017 den digitalen Workflow und die BEGO Semados SC/SCX-Line als Nachfolger der S-Implantate näher beleuchten. Die neue SC/SCX-Line ist quasi das RS/RSX-Zwillingspaar in parallelwandiger Ausführung. Wir werden eindrucksvoll zeigen, dass die BEGO Implant Systems mit ihren Systemlösungen und Kooperationen für die Zukunft in der „digitalen Implantologie“ sehr gut aufgestellt ist. Unser CAD/CAM-Individualprothetikangebot in Kooperation mit der BEGO Medical GmbH ist neben unserem Programm zur Unterstützung der Navigierten Chirurgie, bestehend aus dem BEGO Guide Orderportal für die Anfertigung von Implantatplanungen und Schablonendesigns und dem hauseigenen 3D-Druck von Bohrschablonen, eines der vielen IDS-Highlights. Schauen Sie auf jeden Fall in Halle 10.2 vorbei und lassen Sie sich von BEGO begeistern.

Immer mehr Hersteller setzen auf zweiteilige Keramikimplantate. Was wird es von BEGO in diesem Segment geben?
Esinger:
Keramikimplantate, insbesondere die zweiteiligen, werden in Zukunft eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Seit Jahren entwickelt BEGO in diesem Segment, wobei wir in der funktionalen Gestaltung der Verbindungstechnik zwischen Aufbau und Implantat eine echte Herausforderung sehen. Diese Herausforderung haben wir inzwischen gelöst, werden aber die IDS 2017 nicht nutzen, um den Schleier über unseren Entwicklungsbemühungen zu lüften.