Anne Barfuß
31.01.17 / 00:01
37. Internationale Dentalschau

Branchentreff IDS 2017

Was vor fast 100 Jahren mit 30 Ausstellern begann, ist heute das größte Schaufenster der Dentalwelt. Spätestens seit 2013 steht die Kölner Leistungsschau ganz im Zeichen der Digitalisierung. Die Zeit der Insellösungen ist passé. Hersteller weiten ihr Spektrum aus, um dem Anspruch, „Service aus einer Hand“ liefern, gerecht zu werden.



Wie sehen die Arbeitswelten in Praxis und Labor morgen aus? Wie können sich Zahnärzte und Zahntechniker schon heute darauf vorbereiten? Antworten liefert die IDS 2017. Davon ist Dr. Martin Rickert, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), fest überzeugt. Im Fokus steht, wie könnte es anders sein, die nahtlose Integration aller Therapiekomponenten in einen digitalen Workflow – und zwar für das gesamte Spektrum der Zahnmedizin: für die Prothetik, für die Endodontie, für die Kieferorthopädie und natürlich die Implantologie.

Innovative Technologien

Wer könnte dem besser gerecht werden als Dentsply Sirona? Die Fusion von DENTSPLY und Sirona im Jahr 2016 brachte zwei Unternehmen zusammen, die seit mehr als 100 Jahren für innovative Technologien und Produkte für Praxen und Labors stehen. Deren Verbindung zu integrierten End-to-End-Lösungen setzt neue Standards in der modernen Zahnheilkunde. Und genau darum dreht sich alles auf den beiden Ständen in den Hallen 10.2 und 11.2.

Der Anspruch ist, die Prozesse der zahnmedizinischen Behandlung von der Diagnose bis zur finalen Versorgung des Patienten komplett zu durchdenken und dafür aufeinander abgestimmte Lösungen anzubieten, wie es Markus Böhringer, Group Vice President der Regional Commercial Organisation (RCO) Germany, Benelux, Nordics, auf den Punkt bringt.

Systemkompetenz

Ein Beispiel für die Dentsply Sirona-Systemkompetenz ist die integrierte Implantologie. Dazu gehören neben der kompletten Produktpalette für die Implantologie auch chirurgische und prothetische Planung. So finden die Daten aus dem 3D-Röntgen und der digitalen Abformung in einer entsprechenden Software (GALILEOS Implants, mySIMPLANT) zusammen – der Prozess von Scan, Plan, Insertion und restaurativer Versorgung ist intuitiv und logisch unterstützt.

Dass CEREC mehr ist als die Chairside-Fertigung von Restaurationen, ist inzwischen nahezu allen Behandlern bekannt. Die aktuellen Innovationen von CEREC werden auf der IDS täglich in 20 Live-Demonstrationen gezeigt: Erfahrene CEREC Anwender wie Dr. Andreas Ender, Dr. Günter Fritzsche, Dr. Marco Ahonen, Dr. Tim Nolting demonstrieren bei Live-Behandlungen, wie sich die Chairside-Fertigung von Restaurationen in den Arbeitsablauf einer Praxis integrieren lässt.

Run auf Implantologie

Schon heute implantieren in Deutschland deutlich mehr als 10 000 Zahnärzte regelmäßig. Für sie und alle Einsteiger stellt die IDS sicherlich die umfassendste Informationsquelle für Materialtrends, Behandlungskonzepte und Produktneuheiten dar. Neben den bewährten Klassikern aus Titan etablieren sich Keramikimplantate. Für die einteiligen ist der Weg aus der Nische bereits geschafft. Jetzt kommen die zweiteiligen. Denn nicht nur aus ästhetischen Erwägungen, sondern weil es relevante klinische Gründe für die metallfreie Versorgung gibt, haben sich in den letzten Jahre neben Startup-Unternehmen auch viele etablierte Hersteller intensiv mit dem Thema befasst.

CERALOG heißt die keramische CAMLOG-Lösung, nicht nur mit einteiligen, sondern auch mit klinisch erprobten zweiteiligen Varianten. Das Bahnbrechende ist die durchdachte und sichere Verbindung, siehe Interviews auf den Seiten 26 ff. und 40 und 41.

Straumann, BEGO, medentis und viele andere Hersteller forschen ebenfalls in Sachen zweiteilige Keramikimplantate, eine Markteinführung steht zurzeit aber noch nicht an. Zweiteilige Keramikimplantate werden erst auf den Markt kommen, „wenn wir die Sicherheit hundertprozentig gewährleisten können“, betont zum Beispiel der Geschäftsführer Straumann Deutschland Holger Haderer, siehe Interview Seite 43. Neben digitalen Workflows rückt Straumann vor allem neue Implantatdesigns in den Fokus. So wird in Köln ein 2,9-mm-Durchmesser-Implantat (Bone Level Tapered (BTL) Implantat 2,9 mm SC) präsentiert. Eine echte Neuheit, denn bislang galten bereits 3-mm-Durchmesser-Implantate als ausgesprochen problematisch.