THIES HARBECK
01.02.17 / 00:01
Steigende Bedeutung von Ästhetik

Dentale Ästhetik im Fokus des Patienten

Die Art und Weise, wie sich eine Praxis entwickelt, hängt in großem Maße vom Selbstverständnis des Zahnarztes ab. Wer vergisst, sich für Patientenwünsche zu öffnen, die über eine reibungslose Kaufunktion hinausgehen, wird vermutlich ausschließlich als Schadensbeseitiger wahrgenommen.


Professionelle Zahnreinigung und Bleaching sind Beispiele für Angebote, die bestens geeignet sind, ein zweites Standbein für den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis aufzubauen. © armina/fotolia

In Zeiten steigenden Konkurrenzdrucks entwickeln immer mehr Zahnärzte ein Bewusstsein für ihre Doppelfunktion als Mediziner und Unternehmer. Praxismarketing gewinnt deshalb an Bedeutung. Es gibt viele Möglichkeiten, Patienten dauerhaft zu binden. In erster Linie gilt jedoch: Patienten, die sich wohl fühlen, bleiben „ihrer“ Praxis treu. Zahnschmerzen zu lindern gehört zwar zu den Aufgaben des Behandlers, ist für den Betroffenen aber grundsätzlich mit der negativen Erfahrung des Schmerzes verbunden. Tritt der Zahnarzt jedoch eher als Dienstleister und weniger defektorientiert auf, findet auch in der Wahrnehmung der Patienten ein Wandel statt.

Steigende Bedeutung von Ästhetik

In diesem Zusammenhang weisen Spezialisten wie die OPTI Zahnarztberatung GmbH auf die steigende Bedeutung der Ästhetik in der Zahnmedizin hin. Makellose, weiße Zähne stehen heute ganz selbstverständlich auf den Wunschlisten von Patienten und sind nicht mehr der Prominenz aus Film und Fernsehen vorbehalten. Wer Schönheitsbehandlungen in seinen Leistungskatalog aufnimmt, präsentiert sich als modern und trendorientiert. Der Praxisbesuch wird zu einem Ereignis, das sich Menschen „gönnen“, die etwas für das eigene Wohlbefinden tun möchten.

Gegenüber anderen Vertretern medizinischer Heilberufe verfügen Zahnärzte und Zahnärztinnen über Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung, die noch nicht im vollen Ausmaß ausgeschöpft werden: Bei zahlreichen Indikationen steht es dem Zahnmediziner frei, seinen Patienten ästhetisch anspruchsvolle Versorgungslösungen wie Keramikinlays, Veneers oder spezielle Brückenversorgungen anzubieten.

Schon vor Jahren prognostizierte eine Studie von WiFor Darmstadt in Kooperation mit dem Institut Deutscher Zahnärzte (IDZ), dass dieser sogenannte zweite Gesundheitsmarkt in Zukunft eine tragende Rolle spielen wird. Der Grund: Die Bandbreite der Leistungen ist groß und erfordert kaum zusätzlichen Aufwand – wenn der Zahnarzt auch sein Team für diese Idee begeistert.

Ästhetik vom Zahnarzt

Professionelle Zahnreinigung und Bleaching sind Beispiele für Angebote, die bestens geeignet sind, ein zweites Standbein für den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis aufzubauen. Tatsächlich würde eine Vielzahl von Patienten das Angebot einer Zahnaufhellung in Anspruch nehmen – wenn sie wüssten, dass ihre Praxis sie anbietet. Der Gesetzgeber hat bereits vor Jahren eine rechtlich optimale Ausgangsposition für Zahnärzte geschaffen. Laut dem Oberlandesgericht Frankfurt a. M. stellt das Aufhellen von Zähnen eine Heilbehandlung dar und darf daher ausschließlich durch oder im Zusammenwirken mit approbierten Zahnärzten vorgenommen werden (vgl. OLG Frankfurt a. M., Urt. v. 01.03.2012, Az. 6 U 264/10).

Zum 31.12.2012 ist infolge der Umsetzung der EU-Kosmetik-Richtlinie 2011/84/EU eine Änderung der nationalen Kosmetik-Verordnung in Kraft getreten. Auch Präparate mit einer H2O2-Konzentration zwischen 0,1 Prozent und sechs Prozent sind demnach nicht mehr im freien Handel oder im Kosmetikstudio verfügbar.



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