ANNIKA BEST
15.11.16 / 00:00
Nutzen im Social Media

Die Praxis im Social Web: Sind Sie schon vernetzt?

Social-Media-Kanäle sind ein hilfreiches Tool für das Praxismarketing, denn potenzielle Patienten informieren sich online und sind auch vermehrt in sozialen Medien aktiv. Doch welche Kanäle sind wichtig, was poste ich auf meiner Praxis-Fanpage, und wodurch zeichnen sich gute Beiträge aus?


Social Media
© Rawpixel.com/fotolia

Während Foren, Facebook und Apps schon seit Jahren rege von Patienten zum Informationsgewinn genutzt werden, sträubt sich ein Großteil der niedergelassenen Ärzte immer noch gegen ein Profil im Social Web. Bei der LA-Med-Studie 2015 gaben nur ein Prozent der befragten Mediziner an, eine Facebook-Page zu besitzen. Über 80 Prozent sagten, sie nutzten Social-Media-Angebote wie Facebook, Xing oder Twitter nie beruflich.

Dabei können Social Media ein hilfreiches Tool fürs Praxismarketing, zur Imagebildung und Bekanntheitssteigerung sein. Denn Fakt ist: (Potenzielle) Patienten informieren sich online und sind auch vermehrt in sozialen Medien präsent: Jeder Dritte allein auf Facebook.

„Wir stellen immer häufiger fest, dass potenzielle Patienten die Praxisauftritte in sozialen Medien, insbesondere aber bei Facebook, zur ersten Kontaktaufnahme nutzen“, weiß Oliver Löw, Inhaber der Agentur DOCRELATIONS aus Düsseldorf. Meistens handele es sich um Termin- oder Preisanfragen. „Der Grund liegt sicher in der geringen Hürde zur Kontaktaufnahme, die genauso funktioniert, als ob man einem Freund bei Facebook eine Nachricht sendet. Hinzukommt, dass der Ton bei Facebook lockerer ist und man sich als Patient vermutlich eher traut, einfach mal zu fragen, wie teuer zum Beispiel eine bestimmte Behandlung ist.“ Manche Patienten gingen dabei so weit, Bilder ihrer Zähne zu senden, um eine erste Einschätzung zu erhalten.

Welche Plattform ist wichtig?

Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest: Bei der Fülle an Social-Media-Kanälen ist es schwierig zu ermitteln, welcher Kanal als sinnvoll für das Praxismarketing erachtet werden kann. Sicher hat jeder Kanal aufgrund seiner speziellen Ausprägung seinen Reiz. Löw: „Im Hinblick auf die großen Nutzerzahlen, die Umsetzbarkeit im Praxisalltag und Werbemöglichkeiten ist Facebook meiner Ansicht nach der im Moment mit Abstand wichtigste Social-Media-Kanal für Zahnärzte.“ Auch YouTube könne ein interessanter Kanal sein, jedoch sei der Arbeitsaufwand bei dieser Art von Social-Media-Plattform sehr groß, da regelmäßig Content in Form von Videos produziert werden müsse.

Flankierend zu den Praxis-Postings auf Facebook ist auch ein Google+-Account zur Zweitverwertung der Facebook-Postings sinnvoll, da Google+-Beiträge eine bessere Sichtbarkeit bei der Google-Suche erzielen. In sehr seltenen Fällen werden auch Twitter, der Bilderdienst Instagram oder der Messenger WhatsApp von Praxen genutzt. Dr. Bernd Hartmann, Geschäftsführer der Praxismarketing-Agentur ieQ-health aus Münster: „Letztlich hängt die Wahl des Kanals stark von der Zielgruppe ab und ob der für den Kanal erforderliche Inhalt generiert werden kann.“

Der Account ist online. Und jetzt?

Mit dem Erstellen des Kanals ist es natürlich nicht getan. So bedarf er einer konsequenten und regelmäßigen Pflege, um erfolgreich zu sein. Dies bedeutet mehrere Stunden Arbeit im Monat. Doch was postet man als Praxisinhaber auf seinem Account? Der Content beziehungsweise Inhalt ergibt sich zunächst aus den Rahmenbedingungen, die der Kanal bietet. Auf Facebook lässt sich im Grunde alles verwerten, seien es Videos, Bilder, Text, Veranstaltungstermine, während man bei YouTube auf Videoclips, bei Instagram auf Bilder und bei Twitter auf wenige Zeichen beschränkt bleibt. Jedoch können die Inhalte selbstverständlich mehrfach verwertet werden. Ein Video kann gleichermaßen auf der Praxishomepage, bei Facebook und YouTube gepostet werden, genauso wie ein Bild auf der Homepage, bei Facebook und auf Instagram geteilt werden kann.



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