ANNIKA BEST
01.09.16 / 00:00
Interview mit Steuerbrater und DGSFG-Präsident Michael Klasvogt

Wie finde ich als Zahnarzt den richtigen Steuerberater?

„Unter Ärzten gibt es Fachärzte, unter Steuerberatern gibt es Fachberater“, so Michael Klasvogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft selbstständiger Fachberater für das Gesundheitswesen (DGSFG). Daher wurde dieses Jahr die DGSFG gegründet, die Mitgliedschaft soll als „Fachkompetenz-Gütesiegel“ wahrgenommen werden.


Die DGSFG ist erster und bester Ansprechpartner DGSFG-Präsident Michael Klasvogt

In Ihren Worten: Wofür steht der Verband, was machen Sie konkret?
Klasvogt: Wir sind die Fachgesellschaft, in der sich geprüfte Fachberater für das Gesundheitswesen zusammengeschlossen haben. Als Vertretung der Fachberater für das Gesundheitswesen ist es Aufgabe der DGSFG, diese besondere Qualifikation in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Aus welchen Gründen hat sich der Verband gegründet?
Klasvogt: Steuerberater bezeichnen sich häufig als „Spezialisten“ für bestimmte Fachgebiete oder Branchen. Den Mandanten war es bislang nicht möglich, diese Aussage anhand objektiver Kriterien zu prüfen. Die Qualifizierung unserer Fachberater ist klar belegbar: Jedes Mitglied hat eine intensive Ausbildung über 120 Stunden abgeschlossen, mehrere Prüfungen absolviert und einem Fachgremium gegenüber den Nachweis praktischer Erfahrungen erbracht. Unsere Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, diese „geprüfte“ Kompetenz der Fachberater im Gegensatz zur behaupteten Spezialisierung bekannt zu machen.

Warum waren Sie „die Ersten“?
Klasvogt:
Die Ausbildung zum Fachberater für das Gesundheitswesen gibt es noch nicht so lange. Der Deutsche Steuerberaterverband hat diesen Ausbildungsgang im Jahr 2013 beschlossen und erstmals im Jahr 2014 Lehrgänge angeboten. Im Herbst 2015 haben sich Steuerberater, die diesen Ausbildungsweg erfolgreich absolviert hatten, zur DGSFG e. V. zusammengeschlossen.

Welche Ziele verfolgen Sie?
Klasvogt:
Im Bereich der Juristen und der Mediziner ist es allgemein bekannt, dass es für bestimmte Fragestellungen Spezialisten gibt – den Fachanwalt für Arbeitsrecht oder Familienrecht oder die Facharztgruppen. Im steuerberatenden Bereich ist diese Spezialisierung noch weitestgehend unbekannt. Die vorrangigste Aufgabe unserer Gesellschaft ist daher die Öffentlichkeitsarbeit. Wir möchten Heilberufler dafür sensibilisieren, dass unsere Mitglieder – allesamt geprüfte Steuerberater mit dieser Zusatzausbildung – „echte“ Experten sind, und dafür, dass die DGSFG erster und bester Ansprechpartner ist, wenn es um steuerliche Fragen von Heilberuflern geht.

Worin besteht der Mehrwert Ihres Verbandes für Fachberater?
Klasvogt:
Die Kollegen haben diese zeit- und kostenintensive Ausbildung absolviert, damit sie für bestimmte Zielgruppen besonders qualifiziert sind. Mit zunehmender Akzeptanz und Kenntnis dieser besonderen Qualifikation werden die Kollegen ihr Know-how möglichst vielen Mandanten andienen können. Wer einen Spezialisten sucht, kann auf der Website der DGSFG den Fachberater in seiner Region finden.

Worin besteht der Mehrwert für die Mediziner bzw. Klienten ihrer Mitglieder?
Klasvogt:
Heilberuflern bei steuerlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen qualifiziert zur Seite zu stehen, nicht nur bei der Steuerklärung, sondern auch in Gesprächen mit Banken und Geschäftspartnern. Wir sprechen die Sprache unserer Mandanten, sind speziell für ihre Anforderungen ausgebildet, haben Erfahrungen im Gesundheitswesen nachgewiesen und sind zu permanenter Fort- und Weiterbildung verpflichtet. Das garantiert qualitativ hochwertige Beratung in einem sich rasant ändernden Umfeld. Wir beraten immer auch mit Blick auf die jüngsten gesetzlichen Neuregelungen und Urteile der Gesundheitsbranche – damit unsere Mandanten Potenziale ausschöpfen können, aber auch wissen, welche Risiken bestehen.

Lassen Sie es mich an einem Bild verdeutlichen: Der Fachberater für das Gesundheitswesen handelt wie der Agent eines Künstlers. Der Agent ist vertraut mit dem Metier, kennt die Experten für Vertragsverhandlungen und beherrscht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er arbeitet mit Galeristen und Veranstaltern zusammen und sucht den spezialisierten Steuerberater. Kurz: Der Künstler kann sich auf seine Kunst konzentrieren, der Agent hält ihm den Rücken frei. Genauso hier: Heilberufler können ihrer Berufung nachgehen, der Fachberater kümmert sich um alles andere.

In der Beschreibung Ihres Verbandes steht, dass es Ihnen auch weitestgehend um eine „Imageverbesserung“ Ihres Berufstandes geht. Warum sehen Sie hier Handlungsbedarf?
Klasvogt:
Fachberater haben derzeit keinen Ruf, ihre Qualifikation ist weitestgehend unbekannt. Durch die Medienarbeit wollen wir den Bekanntheitsgrad erhöhen. Gleichzeitig wollen wir deutlich machen, dass die Bezeichnung „Fachberater für das Gesundheitswesen“ nicht verschenkt wird, sondern dass eine anspruchsvolle Ausbildung, mehrere Prüfungen und umfangreiche Nachweise praktischer Erfahrung erforderlich sind. Fachberater behaupten nicht, dass sie Spezialisten sind, sie haben es bewiesen. Diese Botschaft wollen wir in die Öffentlichkeit tragen.

Wie sieht Ihr weiteres Vorgehen aus? Haben Sie sich konkrete Ziele gesetzt, wie beispielsweise mehr Veranstaltungen zu planen, mehr Fortbildungen zu fördern usw.?
Klasvogt:
Ja, wir werden weiterhin gezielt Öffentlichkeitsarbeit betreiben und auch in Zukunft qualitativ hochwertige Fortbildungen anbieten.

Weitere Informationen zur „Deutschen Gesellschaft selbstständiger Fachberater für das Gesundheitswesen e. V.“ und ihren Mitgliedern finden Sie unter www.dgsfg.de



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