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16.02.17 / 13:52
Auftakt der Oral-B-Fortbildungsreihe Up to Date in Frankfurt

Elektrische Zahnbürsten verbessern die Plaquekontrolle

Rund 200 Teilnehmer kamen zur Auftaktveranstaltung der Fortbildungsreihe Up to Date nach Frankfurt am Main. Oral-B hat dafür wieder ein bewährtes Konzept gewählt: hochkarätige Referenten, tolle Location und spannende Inhalte für das ganze Praxisteam.



Einen ganz besonderen „Hochkaräter“ machte den Auftakt der achtteiligen Fortbildugsreihe in Deutschland und Österreich: Prof. Dr. Christof Dörfer, frisch gewählter Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) und Direktor der Klinik für Zahnerhaltung und Parodontologie in Kiel.
Dörfer beschäftigte sich mit der Sicherheit und Effektivität elektrischer Zahnbürsten – auch unter den Gesichtspunkten Biofilm und Rezessionen. Sein erster Tipp für die Teilnehmer: „Wir dürfen nicht alle Patienten über einen Kamm scheren!“ Dank der Evidenz befinde man sich zwar in einem Behandlungskorridor, aber es müsse genügend Flexibilität da sein, um auch außerhalb dieses Korridors individuell reagieren zu können.

Kürzere Lebensdauer der Zähne durch Entzündungen

Kurz informierte Dörfer über den aktuellen Stand zum Thema Biofilm. Heute wisse man, dass es ein eng verwurzeltes Zusammenleben von Mensch und Mikroorganismen gebe, das auch nötig sei – beispielsweise im Darm. Neueste Erkenntnisse zu Epigenetik und Virulenzfaktoren zeigen, dass aggressive Bakterien im Biofilm an- und ausschaltbar seien, je nach Rahmenbedingungen. Nur durch regelmäßiges mechanisches Reinigen erreiche man ein Biofilmmanagement, durch das biofilmassoziierte orale Entzündungen verhindert werden könnten. Die Prävention von oralen Entzündungen sei das große Ziel. „Liegt eine Entzündung vor, verringert sich die Lebenszeit der Zähne.“

Ein Problem sei zudem nicht (nur), ob der Patient putzt, sondern wie und wo. Fehlerquellen seien hier unzureichende Bürsttechnik und zu geringe Putzzeit. „Aber es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, dass eine bestimmte Putztechnik überlegen ist.“ Der Patient müsse durch die Praxis erklärt bekommen, welche kritischen Putzbereiche er habe und wie man die Zahnbürste – egal ob Hand- oder elektrische – dort richtig anwendet.

Positiver Effekt durch Mundhygieneinstruktionen

Aber verbessert eine elektrische Zahnbürste nun die Plaquekontrolle, im Vergleich zur Handzahnbürste? Ja, sagte Dörfer. Das zeigen verschiedene Studien und Übersichtsarbeiten. Mit wissenschaftlicher Evidenz sei auch belegt, dass elektrische Zahnbürsten besser in der Gingivitisreduktion seien. Eine gute Nachricht für die Teilnehmer: Auch Mundhygieneinstruktionen haben einen signifikanten positiven Effekt.

Wenn elektrische Zahnbürsten so viel effektiver sind, könnten sie ja auch schädlicher für die Zähne sein. Diesem Vorurteil nahm Dörfer direkt den Wind aus den Segeln. „Verletzungen der Gingiva sind völlig normal. Selbst wenn Sie ein knuspriges Weißbrot essen, verletzten sie die Gingiva.“ Rezessionen seien aber nicht auf die Zahnbürste oder Putzzechnik reduzierbar. Rotierend-oszillierende Zahnbürsten würden nicht mehr Zahnhartsubstanz abtragen, als eine Handzahnbürste. Dörfers Erklärung: „Der Anwender macht die Rezession“.

Kommunikation mit „schwierigen“ Patienten

Im zweiten Vortrag der Veranstaltung beschäftigte sich Praxistrainerin und Kommunikationsexpertin Christa Maurer mit den „schwierigen“ Patienten. Wobei „nicht alles ist immer so, wie es scheint“ , wie sie betonte. Schwierige Patienten in der Praxis seien häufig „hausgemacht“. Patienten würden schwierig werden, wenn sie Angst haben, dass Vertrauen verloren gehen würde, sie nicht ernst genommen werden, sie etwas aufgeschwatzt bekommen oder der Nutzen der Behandlung ihnen unklar sei. „Der Patient muss verstehen, was sie ihm vermitteln wollen.“ Dabei würden bereits einfache Dinge, wie die richtige Ansprache („kein Fachchinesisch“) oder das Einbeziehen in die Entscheidungen helfen.

Maurer hatte aber auch einige Tipps für die typischen „schwierigen“ Patienten im Praxisalltag. Den Dauernörgler könnte man zum Beispiel einfach auf die Situation ansprechen. Nämlich, dass er der Praxis bereits lange Zeit treu sei, aber er kontinuierlich etwas zu kritisieren habe. Einverständniserklärungen seien das A und O beim Querulanten. „Hier darf man sich nicht provozieren lassen und Drohungen sofort thematisieren.“ Der Besserwisser, der sich vielleicht im Internet informiert hat, sollte Anerkennung erhalten, aber nicht ironisch. Mit Fingerspitzengefühl könne man seine Fehlinformationen korrigieren, ohne dass er das Gesicht verliert.
Generell gilt für eine vertrauensvolle Zahnarzt-Patient-Beziehung, dass empathisches Auftreten, Freundlichkeit und Wertschätzung nötig seien. „Compliance entsteht vor allem dann, wenn der Patient vom Nutzen überzeugt ist.“

Weitere Termine:

22.02. in Nürnberg
24.02. in München
01.03. in Wien
03.05. in Koblenz
05.05. in Essen
10.05. in Dresden

Anmeldemöglichkeiten gibt es hier.



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