Anne Barfuß
25.04.16 / 12:20
Ein Thema, drei Meinungen

Chairside-Brücken – eine Revolution

Zusammenfassung

  • Monolithische Zirkonoxidrestaurationen setzen sich in Deutschland mehr und mehr durch. 45 Prozent aller Zahnärzte haben einer aktuellen Befragung zufolge schon eine Vollzirkonoxidrestauration eingesetzt.
  • Das Material gilt als stabil, einfach zu verarbeiten und als minimalinvasiv.
  • Die hohe Festigkeit erlaubt die konventionelle Befestigung mit Glasionomerzement oder Phosphatzement sowie geringere Wandstärken im Bereich der Zentralfissur.
  • Geringere Wandstärken reduzieren den Abtrag von Zahnhartsubstanz beim Präparieren und senken das klinische Risiko von Pulpenschädigungen.
  • Für monolithische Zirkonoxidrestaurationen gibt es allerdings zurzeit keine Langzeitdaten. In der bis 2019 gültigen S3-Leitlinie sind sie deshalb auch kein Thema.
  • Das Frakturrisiko gilt als ausgesprochen gering, sofern die Mindestquerschnitte für Konnektoren eingehalten werden und kein unsachgemäßes Arbeiten am gesinterten Zirkonoxid erfolgt.
  • Lange wurde Zirkonoxid aus ästhetischen Gründen verblendet und Chipping in Kauf genommen.
  • Von Verblendungen von Zirkonoxid im Seitenzahnbereich ist aber definitiv abzuraten. Im Frontzahnbereich können Zirkongerüste verblendet werden. Das führt nicht zu mehr Komplikationen als die Verblendung anderer Werkstoffe.
  • Bei Einzelzahnversorgungen im Frontzahnbereich kommt man nach wie vor ums Verblenden nicht herum.
  • Das Potenzial von CEREC Zirconia liegt in der Chairside-Brückenversorgung, die technischen Möglichkeiten sind geschaffen. Nun gilt es, den Workflow weiterzuentwickeln, Indikationen festzulegen, die Präparationskonzepte noch einmal neu zu definieren und evidenzbasiert klinische Daten zu sammeln.
  • Der Werkstoff „monolithisches Zirkonoxid“ verspricht mehr spannende Optionen, allen voran die Reduzierung der Schichtstärken. Doch auch da besteht noch Forschungsbedarf.

Birgit Möller

Birgit Möller
Birgit Möller ist Produktmanagement-Leiterin für CEREC bei Dentsply Sirona in Bensheim. Sie übernahm 2009 die CEREC-Marketing-Leitung und wechselte 2012 ins Produktmanagement.
birgit.moeller@dentsplysirona.com

Dr. Klaus Wiedhahn

Dr. Klaus Wiedhahn
ist niedergelassen in Buchholz und wendet seit 1989 das CEREC-System an, seit 1991 ist er auch als CEREC-Trainer tätig. Zudem ist er ­Ehrenpräsident der DGCZ.
klaus@wiedhahn.de

Prof. Dr. Florian Breuer

Prof. Dr. Florian Beuer MME
studierte Zahnmedizin in München und ist Direktor der Abteilung für Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre an der Charité Berlin. Seit 2015 gehört er dem Vorstand der DGI an.
florian.beuer@charite.de



Mehr zum Thema